Rewe-Markt braucht Kleingeld – und Kunden kommen mit Sparschweinen

mlzEinkaufen in Dortmund

In den vergangenen Wochen war es für einen Dortmunder Rewe-Markt nicht leicht, an Münzgeld zu kommen. Deshalb startete der Inhaber eine kuriose Kunden-Aktion.

Dorstfeld

, 29.05.2020, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bargeld war vor der Corona-Krise das wohl gängigste Zahlungsmittel. Nur circa ein Drittel der Rewe-Kunden in Dorstfeld zahlte mit Karte. „Jetzt hat sich das Verhältnis umgekehrt“, sagt Markt-Inhaber Jürgen Mankel.

Trotzdem steht vor seinem Geschäft an der Planetenfeldstraße ein Schild mit dem Hinweis: „Wir nehmen noch Bargeld an!“ Jürgen Mankel bittet seine Kunden aber, möglichst mit Karte zu bezahlen, „da die Versorgung mit Münzgeld durch die Banken nicht mehr ausreichend gewährleistet ist“.

Auf Anfrage erklärt er, wie sein Schild zu verstehen ist. „Die Bankfiliale in Dorstfeld wurde wegen der Krise vorläufig geschlossen, auch eine Filiale weiter bekam ich kein Münzgeld mehr“, sagt er. „Natürlich ist die Filiale in der Innenstadt geöffnet, aber dort alles zu regeln kostet mich einen halben Tag – die Zeit habe ich nicht.“

Kunden können ihr Kleingeld loswerden

Zwar benötige er nicht mehr so viel Münzgeld wie vor der Krise, da zwei Drittel seiner Kundschaft aus hygienischen Gründen mit Karte bezahle. Dennoch gebe es genügend ältere Kunden, die bar zahlen und für die ausreichend Wechselgeld in der Kasse sein müsse, so Jürgen Mankel.

Er bitte deshalb die Barzahler, möglichst passend und mit Kleingeld zu bezahlen. „Und wer mit seinem Eimerchen oder Sparschwein voller Münzgeld kommt, ist auch willkommen“, sagt der Rewe-Markt-Inhaber.

Kunden, die ihre Spardosen mitbringen, werden direkt in Jürgen Mankels Büro geschickt. Dort hat er eine Zählmaschine. Die Kunden können sich den Gegenwert des Kleingeldes an der Kasse in Scheinen auszahlen lassen.

„Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Münzgeld-Automaten zur Selbstbedienung im Laden stehen, der dann Einkaufsgutscheine im Wert der Einzahlung ausgegeben hat“, erklärt Jürgen Mankel. „Aber die Kunden haben gesagt, mit einer Auszahlung können sie mehr anfangen.“

„Es gibt ausreichend Münzgeld“

Er selbst sei nun nur noch einmal wöchentlich auf das Münzgeld seiner Bank angewiesen. Dass die Versorgung mit Münzgeld in Zeiten des Corona-Lockdowns nicht ausgereicht habe, dementieren jedoch sowohl die Sparkasse als auch die Volksbank in Dortmund.

„Engpässe gab es nicht und wird es auch nicht geben“, sagt ein Sprecher der Dortmunder Volksbank. „Lediglich im Ablauf hat sich für die Einzelhändler eventuell etwas geändert“, fügt eine Sprecherin der Sparkasse hinzu. „Wenn sie normalerweise ihr Münzgeld an einer Filiale abholen, die aktuell geschlossen ist, können sie es zum Beispiel direkt an der Hauptstelle abholen.“

23 Sparkassen-Standorte seien jedoch derzeit geöffnet, dazu gehöre seit dem 25. Mai (Montag) auch die Dorstfelder Filiale. Die Münzgeld-Automaten sind allerdings aktuell noch außer Betrieb.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung „Glück Auf“-Rechtsstreit geht weiter
„Das ist eine Sauerei“ – Fronten um Vereins-Gaststätte sind verhärtet