„Schach ist eine Auseinandersetzung mit sich selbst“ - Wambeler Verein sucht Mitglieder

Schachclub Wambel

Klein, aber noch lange nicht am Ende - das ist der Schachclub Wambel mit nur noch elf Mitgliedern. Die Anhänger des königlichen Brettspiels wünschen sich neue Mitspieler.

Wambel

, 22.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Schachclub Wambel würde sich über neue Mitglieder freuen - hier mit (v.l.) Christian Bensch, Rüdiger Kricke, Cedric Kordes, Michael Krug und Winfried Arnold.

Der Schachclub Wambel würde sich über neue Mitglieder freuen - hier mit (v.l.) Christian Bensch, Rüdiger Kricke, Cedric Kordes, Michael Krug und Winfried Arnold. © Andreas Schröter

Der nach eigenen Angaben kleinste Dortmunder Schachverein sucht dringend neue Mitglieder: Der Schachclub Wambel, der seit 1977 existiert, hat derzeit nur noch elf Mitglieder, nimmt aber nach wie vor am regulären Spielbetrieb in der Bezirksliga teil.

„Über uns gibt es in Dortmund das Vorurteil“, sagt Vorsitzender Rüdiger Kricke, „dass wir der Club der Rentner sind, aber das stimmt nicht. Unser jüngster Spieler ist 16, und wir haben gleich drei Mitglieder in ihren 20ern.“ Kricke sieht zwei Vorteile für Schachinteressierte, sich in einem kleineren Verein anzumelden: Erstens sei die Betreuung womöglich intensiver als in einem großen Verein, zweitens setze der Verein eher auf den Breiten- als auf den Spitzensport. Einzige Voraussetzung für Neueinsteiger sei, so Kricke augenzwinkernd: „Sie müssen wissen, dass man in die Figuren nicht reinbeißen darf. Aber selbst das würden wir hinkriegen.“

Mitglied werden ohne viel Vorwissen

Michael Kordes, der erst seit zwei Jahren dabei ist, bestätigt das: „Als ich kam, wusste ich gerade mal, wie die Figuren am Beginn des Spiels aufgestellt werden und welche Züge sie machen dürfen.“ Alles Taktische habe er seither im Verein gelernt.

Der 1. Spielleiter Christian Bensch (26) sagt: „Das Faszinierende am Schachspiel ist die Auseinandersetzung mit sich selbst. Man kann nichts auf den Schiedsrichter oder die schwierigen Platzverhältnisse schieben.“ Schach halte geistig fit und es habe für Schüler einen positiven Einfluss auf schulische Leistungen. Jeder könne es lernen, ob dick oder dünn, jung oder alt, Mann oder Frau (oder divers), mit Einschränkung oder ohne.“

Ein Sport für jedes Alter

Winfried Arnold mag, dass man diesen Sport in jedem Alter ausüben kann. Und manchmal seien die Zehn- oder Zwölfjährigen fitter als die alten Hasen. Da müsse man dann einfach Respekt voreinander haben. Aber eines können auch die Mitglieder des Schachclubs Wambel nicht recht erklären: warum es im Schachsport so wenige Frauen gibt - und das, obwohl mit Judit Polgár eine Frau in der absoluten Weltspitze ist. „Aber irgendwie ist Schach wohl doch immer eine Männerdomäne geblieben“, befinden sie.

Trainiert wird freitags ab etwa 19 Uhr im Gemeindehaus der St.-Meinolfus-Gemeinde an der Rabenstraße 16. Hinzu kommen in der Spielzeit zwischen September und Mai etwa zehn Wochenenden mit Partien gegen andere Dortmunder Teams. Es gibt ein Weihnachtsessen und ein Saisonabschlussgrillen. Wer Interesse hat, möge einfach vorbeikommen. Wer sich lieber vorher informieren will, kann das bei Rüdiger Kricke unter Tel. 0172-2823022. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Jugendliche monatlich.

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