Boxen am anderen Ende der Welt: Darum hat Klim Vogt (18) aus Mengede in Australien gekämpft

mlzBoxsport

Der Mengeder Boxer Klim Vogt (18) hat bei den Golden Gloves in Australien gekämpft. Das Ergebnis: der dritte Platz in seiner Gewichtsklasse. Dabei gab es kurz vor der Reise Probleme.

Mengede

, 07.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut 16.000 Kilometer liegen zwischen Mengede und Brisbane – zwischen Klim Vogt (18) und seinen Gegnern. Was sie vereint, ist die Leidenschaft zum Boxen. „Allerdings wird in Deutschland eher technisch geboxt, die Australier kloppen mehr“, sagt Klim Vogt und lacht. Der 18-Jährige ist bereits seit knapp sieben Jahren im Box-Sport aktiv. Hier, beim Box-Sport Verein (BSV) 1920 Mengede, ist Bulat Karimov sein Trainer.

Doch Ende August ging es für Klim Vogt und 14 weitere Boxer und Boxerinnen aus Nordrhein-Westfalen mit einer zehnköpfigen Trainer-Delegation ans andere Ende der Welt: nach Brisbane. Der australische Boxverband hatte die jungen Sportler zu seinem internationalen Turnier „Golden Gloves“ (dt. „Goldene Handschuhe“) eingeladen. „Ich wurde angesprochen, ob ich gerne mit dabei wäre“, erklärt Klim Vogt. „Aber ich musste vorher einen Kampf in Wesel gewinnen.“

Klim Vogt kam automatisch weiter

Letztlich sei er aber automatisch weitergekommen, weil sein Gegner den Kampf abgesagt habe. „Warum, weiß ich nicht, vielleicht war er krank.“ Krank war Klim Vogt dann allerdings selbst – und das kurz vor der Abreise nach Australien. Trotzdem trainierte der 18-Jährige in den letzten zwei Wochen vor dem Flug zwei Mal am Tag.

„Ausdauertraining, Krafttraining und Sparring, also Trainingskämpfe, standen auf dem Programm“, erzählt Vogt, der gebürtig aus Kasachstan stammt. „Ich dachte manchmal echt: Ich höre auf, ich sage alles ab, weil ich so krank war. Aber ich wollte die Chance auch nutzen.“ Und so ging es Mitte August nach Brisbane.

Es herrschen keine guten Voraussetzungen für die Golden Gloves

Und dort wartete vor den Golden Gloves ein kleineres Turnier auf den Mengeder Boxer: Australien gegen Deutschland. Doch Klim Vogt unterlag seinem Gegner. „Es war zwar knapp, aber es war dann psychisch für mich sehr schwer, positiv zu den Golden Gloves zu gehen“, erzählt der 18-Jährige. „Aber dann habe ich mir gedacht: Du bist ja jetzt nicht umsonst hergefahren.“

Boxen am anderen Ende der Welt: Darum hat Klim Vogt (18) aus Mengede in Australien gekämpft

Klim Vogt mit seinen Trophäen: Die Medaille ist von den Golden Gloves, der Pokal von dem ersten Turnier in Australien. © Carolin West

Nach zwei Kämpfen bei den Golden Gloves belegte Klim Vogt schließlich den dritten Platz in seiner Gewichtsklasse (75 Kilogramm). Ein versöhnliches Ende für den holprigen Start ins Abenteuer Australien. „Ich war auch einfach sehr stolz, überhaupt für Deutschland boxen zu dürfen“, sagt Klim Vogt und lächelt.

Das sind Klim Vogts nächste Ziele

Aktuell pausiert der Mengeder Boxer, der nicht nur krank, sondern auch mit einer Ellenbogen-Verletzung unterwegs war. „Ich muss jetzt Pause machen, sonst geht irgendwann gar nichts mehr“, sagt er. Und Klim Vogt hat große Ziele: Er möchte Weltmeister werden. Bei der Deutschen Meisterschaft schaffte er es schon einmal auf Rang drei, bei der kommenden möchte er an die Spitze.

„Mit der Platzierung bei den Meisterschaften qualifiziert man sich ja dann weiter“, erklärt er. „Und Olympia kommt ja auch noch.“ Vielleicht haben die Mengeder also künftig einen Olympioniken in ihren Reihen.

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