Neues Projekt am Klinikum Dortmund: Gibt es bald „Corona-Spürhunde“?

Coronavirus

Am Klinikum Dortmund startet ein neues Forschungsprojekt zur Corona-Früherkennung. Helfen soll den Forschern dabei „eine ganz besondere Schnüffelnase“.

Dortmund

28.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
(v.l.): Prof. Dr. Oliver Müller (Direktor der Klinik für Neurochirurgie), Prof. Dr. Richard Ellerkmann (Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin), Prof. Dr. Michael Truß (Direktor der Klinik für Urologie) und Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf (Direktor der Klinik für Pneumologie und Infektiologie)

(v.l.): Prof. Dr. Oliver Müller (Direktor der Klinik für Neurochirurgie), Prof. Dr. Richard Ellerkmann (Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin), Prof. Dr. Michael Truß (Direktor der Klinik für Urologie) und Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf (Direktor der Klinik für Pneumologie und Infektiologie) © Klinikum Dortmund

Kann man eine Infektion mit dem Coronavirus am Atemgeruch erkennen? Klingt nahezu unglaublich, ist aber die Idee eines Forschungsprojekts im Klinikum Dortmund. Wie das Klinikum mitteilt, gehe es dabei um eine Gabe, die bei Hunden besonders ausgeprägt ist.

„Hunde haben eine sehr gute Nase und können zum Beispiel eine Unterzuckerung bei einem Patienten riechen, ehe es der Betroffene selbst spürt. Auch bei Lungenkrebserkrankungen gibt es hierzu bereits positive Forschungsergebnisse.“ Diese Erkenntnis soll nun die Leitidee zur Früherkennung von Covid-19 sein.

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So wird Dr. Bernhard Schaaf in der Mitteilung des Klinikums zitiert. Schaaf ist Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums.

Gerät ersetzt zunächst echte „Corona-Spürhunde“

Da es allerdings mindestens sechs Wochen dauere, Hunde auf eine bestimmte Erkrankung zu trainieren, nutzen die Forscher eine alternative „Schnüffelnase“ – ein Gerät, das aufgrund einer feinen Sensorik eine Hundenase nachahmen könne.

Dieses Gerät komme von der Gesellschaft für analytische Sensorsysteme im BioMedizinZentrum Dortmund.

Bei Corona-Verdachtsfällen wird im Klinikum jetzt neben dem klassischen Abstrich aus dem Rachen auch eine Luftprobe aus Nase und Mund entnommen.

„Wir prüfen dann in der elektronischen Hundenase, ob es Auffälligkeiten in der Gas-Analyse gibt, quasi eine Art Signatur, die typisch für Covid-19 ist“, wird Schaaf zitiert.

Im Idealfall bringt das Projekt einen neuen Schnelltest

Im Idealfall könne am Ende dieser Forschung eine neue Form der Testung entwickelt werden, die unmittelbar nach der Probenentnahme ein Ergebnis liefert - also ein Schnelltest an Ort und Stelle.

„Die Untersuchung des bisher üblichen Rachenabstrichs per PCR dauert sicherlich auch nicht mehr so lange, braucht aber immer noch knapp acht Stunden bis zum Ergebnis“, erklärt Schaaf.

Zugleich werden auch Corona-Patienten, die bereits im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund Nord stationär behandelt werden, mit der „elektronischen Schnüffelnase“ getestet.

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„Wenn wir das über die Zeitspanne des Krankenhausaufenthalts parallel zu den sonstigen Laborwerten tun, können wir vielleicht auch hier Auffälligkeiten [...] entdecken.“ All dies sei aber aktuell noch hochspekulativ.

An dem Projekt sind im Klinikum neben Dr. Schaaf auch Prof. Dr. Michael Truß (Direktor der Klinik für Urologie), Prof. Dr. Richard Ellerkmann (Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin) sowie Prof. Dr. Oliver Müller (Direktor der Klinik für Neurochirurgie) beteiligt.

Wann Ergebnisse zu erwarten sind, könne noch nicht sicher gesagt werden. „Das ist halt Forschung“, sagt Schaaf, „wir bewegen uns da auf völlig neuem Terrain.“

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