Klinikum und Seniorenheime dürfen Hüttenhospital übernehmen – wenn sie wollen

mlzKrankenhaus-Pläne

Die Entscheidung des Bundeskartellamts kam schnell. Das Klinikum und die Städtischen Seniorenheime Dortmund dürfen das Hüttenhospital in Hörde übernehmen. Ob sie das tun, ist offen.

Dortmund

, 03.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Januar hatten die Klinikum Dortmund gGmbH und die Städtische Seniorenheime Dortmund gGmbH beim Bundeskartellamt eine Genehmigung beantragt für den „Anteils und Kontrollerwerb über die Hüttenhospital Dortmund gGmbH“. Am 19. Februar nun erteilte das Bundeskartellamt die Freigabe und veröffenlichte diese Entscheidung inzwischen auch auf seiner Homepage.

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„Wir sind selbst überrascht, dass das Kartellamt so schnell eine Stellungnahme dazu veröffentlicht hat“, teilte Marc Raschke als Sprecher des Klinikums Dortmund auf Anfrage mit. Man habe die Anfrage an das Bundeskartellamt bewusst an den Anfang aller Überlegungen gestellt, um zu klären, ob eine Zusammenarbeit in welcher Form auch immer überhaupt genehmigungsfähig sei.

Jetzt ist alles denkbar

Das ist sie ganz offenbar, bis hin zur kompletten Übernahme ist jetzt rechtlich alles denkbar. Das machte Martin Kaiser, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime Dortmund, auf Anfrage klar: „Dass es ein so klares Votum für unseren Maximalantrag gibt, davon konnte man nicht unbedingt ausgehen“, sagte Kaiser. Man steige jetzt in die nächste Prüfstufe ein.

Dabei werde man in den nächsten Wochen ausloten, ob und in welcher Form eine Kooperation sinnvoll sei. „Entscheidend ist, dass wir ein gut abgestimmtes Konzept hinbekommen für die altersmedizinische Versorgung in Dortmund.“

So sieht das auch René Thiemann, Geschäftsführer des Hüttenhospitals. Nach der Entscheidung des Kartellamtes beginne jetzt die Arbeit. Dazu gehöre, dass man die Aufsichtsräte der Gesellschaften einbinde und sich ein Mandat für Verhandlungen mit den jeweils anderen beiden Partnern einhole.

Keine Personaleinsparung geplant

Rudolf Mintrop, Geschäftsführer des Klinikums Dortmund, hatte Ende Januar unserer Redaktion Hintergründe der Überlegungen erläutert. „Das Hüttenhospital ist ein Spezialkrankenhaus für geriatrische Patienten“, sagte er.

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In dem Haus mit 164 Betten gebe es die Geriatrische Abteilung als Frührehabilitation und die internistische Abteilung zur Versorgung alter Menschen mit internistischen Beschwerden. Die Aufgaben beider Abteilungen seien miteinander verschränkt und nicht zu trennen.

„Die Geriatrie bei uns im Klinikum ist nur halb so groß wie im Hüttenhospital“, sagte Mintrop. Eine sinnvolle Gesundheitsversorgung alter und hochbetagter Menschen lasse sich künftig nur durch intelligent vernetzte Versorgungsverbünde gewährleisten. Daher denke man im Dreierverbund über eine Zusammenarbeit nach, sagte Mintrop.

Ob das durch Übernahme, Gründung einer neuen Gesellschaft oder auf anderem Wege geschehe, sei offen. Auch wenn es zur kompletten Übernahme kommen sollte – Personaleinsparungen seien nicht geplant, da sind sich alle einig.

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