Die Köln-Berliner-Straße in Aplerbeck ist ein Straßendorf. Wohn- und Geschäftshäuser schmiegen sich aneinander. Sie hat manche Überraschung parat. Insider-Tipps von Britta Krautscheid (52).

Aplerbeck

, 03.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Anfang ist die Emscher, zumindest aus Richtung Süden. Denn da, wo der renaturierte Fluss im Aplerbecker Ortskern wieder ans Tageslicht kommt, beginnt die Köln-Berliner-Straße. Direkt am Marktplatz, da wo der Brunnen im Sommer zu Wasserspielen einlädt, geht sie los.

Früher war sie ein Teil der Preußischen Staatsstraße im 19. Jahrhundert, die von Köln nach Berlin führte. Dann bekam sie den Namen Chausseestraße (bis 1917) später hieß sie Hindenburgstraße (1917-1922), dann Präsidentenstraße (1922-1929) . Später eben Köln-Berliner-Straße und diesen Namen führt sie bis heute.

Ein historisches Wohnhaus aus dem Jahr 1910

In einem historischen Wohnhaus aus dem Jahr 1910 lebt Britta Krautscheid. Die 52-Jährige ist vor sieben Jahren mit ihrem Mann an die Köln-Berliner-Straße gezogen und seitdem „basteln“ die beiden an dem wunderschönen Gebäude. Die Fassade ist schon wieder hergestellt. Frische Farben und eine Lilie aus Metall zieren das Schmuckstück mitten im Aplerbecker Ortskern. Überhaupt glänzt die Aplerbecker Hauptgeschäftsstraße mit einer Vielzahl von historischen Gebäuden, deren Fassaden sehenswert sind.

Los geht‘s am Aplerbecker Marktplatz

Ein kleiner Rundgang durch den Ortskern zeigt das gut. Der beste Startpunkt ist der Aplerbecker Marktplatz. Im Schatten des historischen Rathauses beginnt die Köln-Berliner-Straße. Genau an der Stelle, an der die renaturierte Emscher die Fahrbahn unterirdisch kreuzt, um dann im Rodenbergpark wieder aufzutauchen und in Richtung Phoenix-See zu fließen.

„Wo gibt es so etwas schon?“, fragt Britta Krautscheid und deutet auf das Amtshaus und das benachbarte Wasserschloss Haus Rodenberg. Schön sei es, auch die Außengastronomie. So ist hier einmal der Ratskeller mit einem Biergarten auf dem Marktplatz zu finden und dann eben vor dem historischen Wasserschloss eine weitere Gastronomie - das Schlosscafé.

Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindung

Vom Marktplatz aus, in Aplerbeck wird der Bereich auch untere Köln-Berliner-Straße genannt, geht es weiter in Richtung Osten, den kleinen Hügel hoch. „Hier ist alles kompakt beieinander“, sagt die 52-Jährige. „Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte. Die Anbindung durch die öffentlichen Verkehrsmittel ist einfach klasse.“ Busse, S-Bahn, U-Bahn, alles da. Dazu kämen eben die netten Lokalitäten im Ortskern und die Menschen. „Wir sind schon nett in Aplerbeck.“

Cool sei auch die Anzahl an Cafés und Restaurants. Entlang der Köln-Berliner und in direkter Nachbarschaft. Morgendlicher Treffpunkt ist das Café Allegretto, ein bisschen mediterraner Flair, Dorfgespräche und leckerer Kaffee. Schräg gegenüber die Stadtteilbibliothek, hier war ganz früher die Sparkasse untergebracht.

Gute Burger im weiteren Verlauf der Straße

Weiter geht es in Richtung Osten, vorbei an den letzten Geschäften hin zur Einmündung der Rodenbergstraße. Ab hier wird die Köln-Berliner zu einer Hauptverkehrsstraße, verliert aber wenig an ihrem Reiz. „Die gelbe Schule ist sehenswert und auch die Burger-Bude hat vor einiger Zeit hier eröffnet. „Die Burger sind wirklich gut“, sagt Britta Krautscheid.

Bis zur Bundesstraße 1 zieht sich die Köln-Berliner -Straße. „Auch hier sind noch schöne alte Häuser zu sehen“, sagt Britta Krautscheid, die ihren Umzug in den Aplerbecker Ortskern noch nie bereut hat.

Lust auf ein, zwei Stunden rund um die Köln-Berliner Straße? Das sind Britta Krautscheids Insider-Tipps:

Köln-Berliner Straße: Flaniermeile mit Urlaubsflair - aber woher kommt der Name?

Die Emscher und der Marktplatz. Hier beginnt die Köln-Berliner-Straße. © Jörg Bauerfeld

Sehenswert: Die renaturierte Emscher

Es ist wohl einmalig in Dortmund. Mit einem „Huckepackkanal“ wurde im Aplerbecker Ortskern das Schmutzwasser von der renaturierten Emscher getrennt. Die fließt nun unter der Köln-Berliner-Straße in den Rodenbergpark. Vorbei am Marktplatz, dem historischen Wasserschloss Haus Rodenberg in Richtung Phoenix-See.

Köln-Berliner Straße: Flaniermeile mit Urlaubsflair - aber woher kommt der Name?

Der Marsbruchplatz. Von hier schaut man auf die "untere" und die "obere" Köln-Berliner-Straße. © Jörg Bauerfeld

Bestaunenswert: Die silberne Halbkugel

Auf dem Marsbruchplatz, da wo die Köln-Berliner-Straße einen Knick in Richtung Osten macht. Hier ist Endhaltestelle der U47. Hier gibt es auch ein bespielbares Kunstobjekt, das direkt ins Auge fällt. Die Hälfte einer riesigen silbernen Metallkugel. Im Übrigen auf historischen Boden, wenn das Ereignis auch ein ziemlich Schlimmes war. Eine große Gasexplosion, im Jahr 1959, bei der 27 Menschen getötet wurden.

Köln-Berliner Straße: Flaniermeile mit Urlaubsflair - aber woher kommt der Name?

Britta Krautscheid vor dem Allegretto. © Jörg Bauerfeld

Zum Genießen: Das Café Allegretto

Hier trifft man sich zum Plausch und zum Kaffee: Das kleine Café Allegretto, das von Heike Koch geführt wird, ist öfter einmal ein Anlaufpunkt von Britta Krautscheid. Hier sitzt man mitten im Geschehen. Ok, manchmal sind die Busse ein wenig störend. Aber ansonsten hat das kleine Straßencafé etwas von Urlaubsfeeling.

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