Wegen der erwarteten unterschiedlichen Impfstoffmengen gibt es aktuell wenig Planbarkeit bei den Impfterminen in Seniorenheimen. © Schaper
Coronavirus

„Können den Impfstoff nicht zaubern“: Impf-Frust in Dortmunder Seniorenheimen

Die ersten Seniorenheime in Dortmund sind durchgeimpft. Doch nicht alles läuft so, wie man es sich wünschen würde. Die Kassenärtliche Vereinigung (KVWL) macht jedoch Mut.

In den Dortmunder Seniorenheimen laufen die Impfungen gegen das Coronavirus mit den ersten gelieferten Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs. Bis alle Seniorenheime in der Stadt versorgt sind, wird es aber noch dauern, wenn es im bisherigen Tempo weitergeht.

Als „schleppend“ bezeichnet Martin Kaiser, Geschäftsführer der acht städtischen Seniorenheime, das aktuelle Impf-Tempo. „Wir erleben auf der einen Seite unglaublich engagierte Ärzte und Pflegekräfte, die aufklären und alles vorbereiten. Aber sie können den Impfstoff nicht zaubern.“

Impfstoffknappheit führt zu Frustration

Das führe auch zu Frustration – gerade im Angesicht der vielerorts inszenierten Bilder zum Start der Impfungen nach Weihnachten. „Viele Mitarbeiter empfinden es als Politik für den Augenblick, wenn man sich am Lkw filmen lässt und dann ist da nur eine Kiste drin, die wir uns beim Auspacken fünfmal hin und her werfen können“, sagt Martin Kaiser.

Es gibt aber auch positive Botschaften der ersten Wochen mit Corona-Impfstoff in Dortmund. Die ersten beiden städtischen Seniorenheime in Kirchhörde und in Scharnhorst sind durchgeimpft. Bis Ende der Woche sollen zwei weitere Einrichtungen folgen – wenn alle Lieferungen rechtzeitig eintreffen.

Es wären dann 4 von 61 Seniorenheimen, die es Dortmund insgesamt gibt. „Alles darüber hinaus ist bisher nur Planung“, sagt Martin Kaiser.

Katholische Seniorenheime vermelden bisher keine Probleme

Gudula Stroetzel, Sprecherin der St.-Johannes-Gesellschaft, vermeldet für die drei katholischen Seniorenheime in Dortmund einen problemlosen Start. Eine Einrichtung sei bereits komplett versorgt, in einer zweiten beginnen die Impfungen in Kürze.

In den Häusern privater Träger in Dortmund haben in der ersten Januarwoche ebenfalls Impfungen von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie dem Personal begonnen. Berichte über Schwierigkeiten liegen aktuell nicht vor.

Die Verteilung des Impfstoffes an die Seniorenheime erfolgt über das NRW-Gesundheitsministerium. Den Bedarf der Pflegeeinrichtungen meldet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) an das Ministerium.

Die KVWL kann am Dienstag (5.1.) noch keine spezifischen Zahlen für Dortmund nennen, stellt dies aber etwa ab dem 10. Januar in Aussicht. Laut KVWL-Sprecherin Jana Elbert seien die ersten Tage der Impfung durch Weihnachten und den Jahreswechsel noch nicht der „Normalbetrieb“ gewesen.

Kassenärztliche Vereinigung ist nach der ersten Woche „hoffnungsvoll“

In einer Bilanz der KVWL für das gesamte Tätigkeitsgebiet der Vereinigung, das sich von Münster bis Gelsenkirchen erstreckt, ist von einem Start die Rede, der „hoffnungsvoll“ stimme.

Zehn Tage nach dem offiziellen Impfstart gegen das Coronavirus hätten bisher knapp 800 Alten- und Pflegeheime in Westfalen-Lippe rund 106.000 Impfdosen bei der KVWL vorbestellt und Impftermine vereinbart.

Rund 44.000 Pflegeheimbewohner und -mitarbeiter konnten bisher geimpft werden. Weiterhin wird aber auch auf die begrenzte Impfstoffmenge verwiesen.

Impfzentrum soll im Februar seinen Betrieb aufnehmen

Offenbar haben sich noch nicht alle Seniorenheime bei der KVWL gemeldet. „Wichtig ist, dass die laut NRW-Gesundheitsministerium berechtigten Heime in Westfalen-Lippe, die sich noch nicht bei uns gemeldet haben, dies nun zeitnah nachholen“, sagt Thomas Müller, KVWL-Vorstandsmitglied.

Die KVWL kündigt an, die Bürger zu informieren, sobald eine Terminvergabe für eine Impfung in den regionalen Impfzentren, in Dortmund auf Phoenix-West eingerichtet, möglich sein wird. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte den Start zuletzt für Februar angekündigt.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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