Landgericht Bochum

Kokain-Bestellungen in Geheimsprache werden Dortmunder zum Verhängnis

Bei der Entschlüsselung von per Whatsapp versendeten Kokain-Bestellungen stoßen Ermittler auf einen Autohändler aus Lütgendortmund. Am Donnerstag wurde der 44-Jährige verurteilt.
Handy-Nachrichten in Geheimsprache brachten einen Dortmunder vor Gericht. © Robin Worrall/Unsplash

Ein Autohändler aus Lütgendortmund ist am Bochumer Landgericht wegen kiloschwerer Drogengeschäfte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Laut Urteil der 1. Strafkammer am Bochumer Landgericht hat der 44-Jährige mit mindestens 1,7 Kilogramm Kokain gehandelt.

Grund, dass der Lütgendortmunder ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, waren Ermittlungen gegen zwei mutmaßliche Drogengroßhändler aus Bochum. Bei der Überwachung von deren Telefongesprächen und Nachrichten war den Rauschgiftfahndern aufgefallen, dass der Angeklagte den überwachten Männern immer wieder merkwürdige, offensichtlich verschlüsselte, Nachrichten versendet hatte.

Codewörter: Schlüssel, Schrauben und halbe Autos

In den abgefischten Handynachrichten war mal von Schrauben, mal Schlüsseln oder auch mal von einem „halben Auto“ die Rede – offensichtlich wurde hier eine Geheimsprache verwendet. In Wirklichkeit ging es stets um hochreines Kokain. Angeklagt waren mindestens 26 Verkäufe.

Der Angeklagte hatte Mitte Mai am zweiten Prozesstag teils unter Tränen ein Geständnis abgelegt. Nur durch den Einstieg in die Dealer-Szene sei ihm gelungen, seinen eigenen starken Kokain-Konsum zu finanzieren: „Diese Zeit war für mich die Hölle meines Lebens“, hatte der Lütgendortmunder erklärt. Der Autohändler sitzt seit Mitte November 2020 in U-Haft. Mit dem Urteil kam der 44-Jährige vorläufig auf freien Fuß.

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