Verkehr und Baustellen

Kollaps am Schwanenwall droht – Mega-Baustelle könnte noch länger dauern

Der Schwanenwall wird zum Nadelöhr: Für mindestens acht Wochen kann der Verkehr seit diesem Sonntag (13.6.) nur einspurig fließen. Umfahren wird sehr schwierig.
Seit Sonntag (13.6.) gilt auf dem Schwanenwall eine neue, einspurige Verkehrsführung. © Oliver Volmerich

Baustellen sind die Autofahrer schon gewohnt auf dem Dortmunder Wallring. Jetzt wird es aber besonders eng – wegen einer neuen Baustelle am Schwanenwall.

Wo ist die Baustelle eingerichtet?

Hauptengpass ist der Schwanenwall. Hier ist seit dem 13. Juni (Sonntag) für mindestens acht Wochen zwischen Hamburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße der komplette Außenring mit den Fahrspuren in Richtung Norden gesperrt. Der Verkehr wird auf einer Spur über den Innenring geführt. Auch für den Gegenverkehr, also in Fahrtrichtung Norden bleibt damit nur eine Spur. Diesen Engpass gibt es aber schon einige Wochen. Die Spuren sind nun allerdings etwas verlegt worden.

Was ist der Grund für die Baustelle?

Hauptgrund sind Leitungsarbeiten des Versorgers DEW21 und der Tochterfirma Donetz. Es wird quer durch die gesamte Innenstadt ein neues Leitungsnetz zur Fernwärmeversorgung verlegt. Im Bereich Ostentor wir daran schon länger gebaut, jetzt wandern die Bauarbeiten weiter.

Das besondere Problem am Schwanenwall ist: Es gibt drei Blindgänger-Verdachtspunkte, also möglicherweise Bomben aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die nicht explodiert sind und immer noch im Boden liegen.

Das gilt so lange als ungefährlich wie die Bomben-Blindgänger nicht berührt oder bewegt werden. Bei Bauarbeiten kann das natürlich passieren. Deshalb wird im Vorfeld anhand historischer Luftbilder untersucht, ob sich im Baustellenbereich Einschlagspunkte von nicht explodierten Bomben befinden. Die Experten sprechen dann von Kampfmittel-Verdachtspunkt.

Einen davon gibt es direkt unter der Außenfahrbahn des Schwanenwalls. Ob sich der Verdacht bestätigt, soll nun mit Bodensondierungen vor Ort näher untersucht werden.

Warum dauern die Arbeiten mindestens acht Wochen?

Die Bombensondierungen erfordern besondere Vorsicht. Der Asphalt kann nicht mit einer großen Fräse bearbeitet, sondern muss vorsichtig Stück für Stück abgetragen werden. Das dauert. Die eigentliche Bombensondierung ist derzeit für den 28. Juni geplant.

Dazu kommen die üblichen Unwägbarkeiten bei Baustellen. „Bei Tiefbaumaßnahmen kann es jederzeit zu Verzögerungen kommen durch unvorhersehbare Überraschungen im Boden kommen, zum Beispiel durch nicht kartierte Leitungen oder archäologische Funde, mit denen am Wall immer gerechnet werden muss“, erläutert Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl. „Die Zeitpläne müssen dann immer neu angepasst werden.“

Auch eine Bestätigung des Blindgängerverdachts und eine möglicherweise nötige Entschärfung könnten eine Verlängerung der Sperrung bedeuten.

Wie wird der Verkehr im Baustellen-Bereich geführt?

Für Probleme sorgt nicht nur, dass der Autoverkehr in beide Richtungen nur einspurig über den Innenring geführt werden. Auch das Abbiegen von der Hamburger Straße auf den Schwanenwall und vom Schwanenwall auf die Hamburger Straße ist nicht möglich.

Wie wird der Verkehr umgeleitet?

Der Verkehr von und nach Osten, der am Ostentor auf den Wall will, wird von der Hamburger Straße über Weißenburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße, vorbei an den Berufskollegs, geführt – und umgekehrt. Auch dort dürfte es Staus geben.

Ein Linksabbiegen auf die Hamburger Straße vom Wall ist zurzeit an der Kreuzung Ostentor nicht möglich. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Der Verkehr auf den Wallring wird schon großräumig umgeleitet. An vielen Zufahrtsstraßen – von der Leopoldstraße bis zur Hohen Straße – stehen LED-Tafeln, die den Verkehr über den westlichen Wallring umleiten. Auch dort wird es dann natürlich voller.

Dazu bei trägt, dass auch der Heilige Weg, der normalerweise als Umfahrung des östlichen Wallrings genutzt werden kann, in Richtung Norden ebenfalls wegen einer Baustelle gesperrt ist. Und am Burgring läuft der Verkehr in Richtung Hauptbahnhof ebenfalls nur über eine Spur. An der Bornstraße wird der Verkehr in Richtung City deshalb schon über die Heilige-Garten-Straße in Richtung Burgtor umgeleitet.

Gibt es weitere Umleitungs-Tipps?

Da es auch auf den Umleitungstrecken voll werden dürfte, sollte man den Wallring weiträumig umfahren – was wegen diverser Baustellen im Umfeld allerdings nicht einfach ist. Wer in die City will, sollte vielleicht auf den Öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen.

Wir berichten am Montag (14.6.) online schon morgens über die Auswirkungen der Baustelle am Schwanenwall auf den Berufsverkehr – unter anderem mit einer Liveschaltung gegen 8 Uhr.

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