Kommissarin zeichnete heimlich Gespräche ihrer Kollegen auf

Chat mit Geliebtem?

Schwere Vorwürfe gegen eine 34-jährige Polizeibeamtin aus Dortmund: Die Kriminaloberkommissarin soll in zahlreichen Fällen heimlich vertrauliche Gespräche ihrer Kollegen mitgeschnitten und die Tondateien anschließend an einen höherrangigen Beamten weitergegeben haben. Seit Freitag steht die Frau vor Gericht.

DORTMUND

01.09.2017, 13:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Polizeipräsidium läuft ein Disziplinarverfahren gegen eine Polizistin.

Im Polizeipräsidium läuft ein Disziplinarverfahren gegen eine Polizistin.

Während einige im Polizeipräsidium schon an eine Bespitzelung im Auftrag von ganz oben glauben, versuchte die Angeklagte gleich zu Verhandlungsbeginn, die Wogen zu glätten. Ja, sie habe die illegalen Mitschnitte angefertigt und verschickt, räumte sie ein. Dabei habe es sich aber lediglich um eine sehr merkwürdige Art der privaten Kommunikation mit dem Empfänger gehandelt. Jener Kriminalhauptkommissar sei für einige Monate ihr Geliebter gewesen. Und der verheiratete Mann habe fast ausschließlich Gesprächsfetzen über sein Handy verschickt.

Wutausbruch aufgezeichnet

„Anstatt mir zu schreiben, dass er jetzt zu Friseur geht, hat er beispielsweise beim Betreten des Friseurgeschäfts den Ton aufgezeichnet und diesen Mitschnitt dann mir geschickt“, sagte die 34-Jährige. Irgendwann habe sie sich darauf eingelassen, es fortan auch so zu machen. Anstatt also eine Kurznachricht zu versenden, dass in ihrem Dreier-Büro mal wieder miese Stimmung herrsche, habe sie etwa einen Wutausbruch ihrer Kollegin aufgezeichnet und dies dann versendet.

Die Kollegen sind nun natürlich alles andere als gut auf die 34-Jährige zu sprachen. Sie alle sollen Ende September als Zeugen gehört werden. Die Polizeibeamtin ist derweil weiter im Dienst. Ein Disziplinarverfahren ruht bis zum Ausgang dieses Strafverfahrens am Schöffengericht.

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