Komplett saniert: Nach neun Monaten öffnet die Jona-Kita wieder

mlzKinder ziehen zurück

Ende September 2019 hat es in der evangelischen Jona-Kita in Lütgendortmund gebrannt. Seitdem sind Kinder und Erzieher in einem Übergangsquartier. Das wird sich bald ändern - weit später als geplant.

Lütgendortmund

, 02.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Monaten gehen die Handwerker und Planer in der Keplerstraße 3 in Lütgendortmund ein und aus. Diese Woche nun rückten die Möbelpacker an und trugen kleine Kinderstühle, Tische und Schränke ins Gebäude. Ein Zeichen, dass der Kindergarten bald wiedereröffnet.

In der Tat: Am Montag (6.7.) sollen die Mädchen und Jungen von ihrem Ausweichquartier im evangelischen Gemeindehaus zurück nach nebenan, zurück in ihren eigentlichen Kindergarten ziehen. Wenn die Woche über noch alles reibungslos läuft. „Die Freude ist groß, wir haben lang genug gewartet“, sagt Kita-Leiterin Anna-Maria Zamani.

In der Tat liegt hinter den Erziehern, 53 Kindern und Eltern eine lange Durststrecke. Die Kita musste umfassend saniert werden, nachdem es dort am frühen Morgen des 23. September 2019 gebrannt hatte.

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Kurz nach dem Brand hieß es noch, man könne vielleicht in drei Monaten in die Räumlichkeiten zurück. Doch das war zu optimistisch. Aus drei Monaten sind neun geworden. Denn als man den Kindergarten genau begutachtet hatte, zeigte sich schnell: „Der Schaden ist weit größer, als zunächst angenommen“, erklärt Gemeindepfarrer Michael Mertins. Er spricht von 450.000 Euro.

Rauch und Ruß im ganzen Gebäude

Es brannte damals nur in einem Raum. Die Rauchentwicklung aber war immens. Rauch und Ruß haben sich im ganzen Gebäude verteilt, es musste tagelang gelüftet werden.

Egal, ob Möbel oder Spielzeug - von der Einrichtung des Jona-Kindergarten konnte nichts mehr gerettet werden.

Egal ob Möbel oder Spielzeug – von der Einrichtung des Jona-Kindergarten konnte nichts mehr gerettet werden. © Beate Doennewald

Alle Räume seien nun aufwändig gereinigt worden, sagt Zamani. Alles ist jetzt neu: Fußböden, Elektroinstallation, die Wände frisch gestrichen. Und schließlich mussten neue Möbel her. „Wir konnten nichts mehr verwenden“, so Zamani.

Ganz neu dabei: ein Bewegungsraum

Das alles habe gedauert. „Zudem waren viele Zuständigkeiten eingebunden, da geht das nicht so schnell“, sagt die Kita-Leiterin. Sie und ihr Team aber durften dafür bei der Neueinrichtung viel mitbestimmen. Und der Träger sei großzügig gewesen. „Darauf sind wir stolz“, sagt Zamani. So hat der Kindergarten nun einen Bewegungsraum. Mit Kletter- und Sprossenwand.

Und es gibt nun Spinde für jedes Kind. „Die Kinder werden ihren Kindergarten nicht direkt wiedererkennen“, ist sich Zamani sicher.

Alle Abstellräume abgeschafft

Die Komplett-Sanierung habe man auch dazu genutzt, sich von Altlasten zu trennen, wie die Kita-Leiterin es nennt. So wurden alle Abstellräume abgeschafft. Die seien immer zugestellt gewesen, sagt Zamani. Außerdem werde man so auch nicht mehr direkt an das unheilvolle Feuer erinnert, das in genau so einem Raum ausgebrochen war.

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Was genau geschehen ist, ist bis heute unklar. Die Polizei ging damals schnell von Brandstiftung aus. Mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft Dortmund. Ein Täter konnte bisher aber nicht ermittelt werden, heißt es dort.

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