Während in Großstädten die Wohnungspreise steigen, weil kein Platz mehr da ist, sollen „Tiny Houses“ eine platzsparende Alternative bieten. © picture alliance / dpa
„Tiny Village“

Konkrete Pläne für Tiny-Haus-Siedlung in Dortmund: Wie geht es weiter?

In Dortmund soll eine Siedlung aus „Tiny Houses“ entstehen. Die Idee reift: Die Entwürfe der Baugruppen sollen bis Herbst 2021 stehen. Doch was soll ein Haus kosten und wann stehen sie?

Noch immer stehen zum in Dortmund-Sölde geplanten „Tiny Village“ einige Fragen im Raum: Wie viel kostet eines der Mini-Häuser? Wie groß sind die Grundstücke? Und mit wem wohne ich da eigentlich so eng zusammen?

Die Bauplaner haben bei einer digitalen Infoveranstaltung nun versucht, einige Fragen zu beantworten und die Ideen der Interessenten aufzunehmen.

„Tiny Houses“ sind platzsparende Mini-Häuser, die auf 40 Quadratmetern alles bieten sollen, was es zum Leben braucht. In Sölde ist eine ganze Siedlung mit 20 bis 30 Tiny Houses geplant, und zwar auf dem Gebiet des aufgegebenen Sportplatzes der Emschertal Grundschule.

Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Auf dem Gebiet des alten Sportplatzes der Emschertal Grundschule soll bald die „Tiny Village“ entstehen.
Auf dem Gebiet des alten Sportplatzes der Emschertal Grundschule soll bald die „Tiny Village“ entstehen. © plan-lokal © plan-lokal

Wie groß sollen die Häuser und Grundstücke sein?

Drei Typen von Tiny Houses sind geplant: 20 Quadratmeter große Häuser „on wheels“, also Mini-Häuser auf Rädern, die bewegt werden können.

Ein freistehendes Modulhaus ist etwa 40 Quadratmeter groß und für eine Person gedacht.

Die größten Tiny-Häuser könnten bis zu 100 Quadratmeter groß sein und hätten Platz für eine ganze Familie. Pro kleinem Haus werden 150 Quadratmeter Grundstück eingeplant.

Gerald Kampert, Stadtplaner und Leiter der Kampagne „Kleine Häuser, großes Leben“, sagt, bei den Größen der Häuser gebe es keine festen Grenzen: „Auch Mehrfamilienhäuser mit kleinen Wohnungen oder zweigeschossige Häuser sind möglich.“ Das komme auf die Vorstellungen der Interessenten an.

Wie viel kostet ein Haus?

Das steht noch nicht fest. Kampert sagt: „Die Stadt Dortmund vermarktet nach dem Wohnrichtwert. Der wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Hauses ermittelt.“

Zurzeit liege der Richtwert für das Wohngebiet bei etwa 300 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kämen ungefähr 30 Euro für die Verkehrserschließung. Die Wohnungspreise in Dortmund würden zurzeit stark ansteigen, so Kampert.

Mit wem wohne ich zusammen?

Das liegt zu großen Teilen in den Händen der Interessenten. Es sind „Cluster“ geplant, also Ballungen sowohl von freistehenden Häusern, als auch von Wohnungen unter einem Dach.

Das heißt: Verschiedene Interessenten können als Baugruppe eine Fläche kaufen und dort mehrere Tiny Houses bauen. Oder die Gruppe kauft ein Haus, indem mehrere Wohnungen und Gemeinschaftsflächen enthalten sind.

„Die Baugruppen müssen sich natürlich fragen: ‚Wie viel Nachbarschaft will ich?‘“, sagt Birgit Pohlmann, Beraterin für Projektentwicklung und -steuerung. Gerade bei den Gemeinschaftshäusern würden die Menschen eng zusammen wohnen.

Bis wann muss ich die Partner meiner Baugruppe gefunden haben?

Grundsätzlich können sich Interessierte so viel Zeit nehmen, ihre Baugruppe zu finden, wie freie Plätze im „Tiny Village“ vorhanden sind.

Alles, was die Bauleitplanung beinflussen soll, sollte jedoch im kommenden halben Jahr beschlossen werden. Pohlmann sagt: „Es ist also ein bisschen Druck auf dem Kessel, wenn man noch mitreden will.“

Wer auf der Suche nach Partnern für eine Baugruppe ist, kann eine E-Mail mit seinen Kontaktdaten an Gerald Kampert (gkampert@stadtdo.de) schicken, um in den Mailverteiler der Interessierten aufgenommen zu werden.

Wann stehen die Häuser?

Gerald Kampert hofft, dass die Baugruppen ihre Entwürfe bis zum kommenden Herbst konkretisiert haben. 2022 solle dann die Verkehrserschließung des Gebiets beginnen.

Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, könnten die Tiny Houses 2023 stehen, so seine Hoffnung.

Was passiert, wenn keine Nachfrage da ist?

„Dann werden wir das für die Tiny Village geplante Gebiet einfach als normales Wohngebiet nutzen“, sagt Kampert. Er geht aber davon aus, dass das nicht passieren werde: „Als die Kampagne startete, wurden wir vom Interesse überlaufen.“

Bei der digitalen Infoveranstaltung am Dienstag waren immerhin 30 Gäste anwesend, die Ideen äußerten, wie das Dorf und die Häuser gestaltet werden könnten.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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