Polizei und Ordnungsamt werden an Silvester in der Dortmunder Innenstadt mit verstärktem Personal im Einsatz sein. © RN-Archiv
Jahreswechsel

Kontrolliert die Polizei an Silvester in Dortmund auch Privatwohnungen?

Weniger Böller, weniger Menschen auf den Straßen, dafür andere Schwerpunkte: Dieses Silvester wird aus Sicht der Polizei vermutlich ganz anders im Vergleich zu den Vorjahren: Was geplant ist.

Für die Dortmunder Polizei wird die Silvesternacht eine Reise ins Ungewisse. Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt nennt es „eine Wundertüte, die da auf uns zukommt“. Halten sich wirklich alle Menschen an die Corona-Regeln wie Abstand, Maske und Kontaktbeschränkung? Wie oft und wie stark müssen die Beamten eingreifen – zur Not auch in den Wohnungen von Bürgern?

Fest steht: Die Stadt Dortmund hat zusammen mit den Ordnungsbehörden bereits im Vorhinein Maßnahmen getroffen, um Menschenansammlungen und großen Knallereien vorzubeugen. So richtete die Stadt in diesem Jahr drei – statt bisher zwei – Verbotszonen in der Dortmunder Innenstadt für das Abbrennen und Verwenden von Feuerwerk ein.

Die Böller-Verbotszone im Umfeld der Möllerbrücke.
Die Böller-Verbotszone im Umfeld der Möllerbrücke. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund
Die Böller-Verbotszone im Umfeld der St. Reinoldi- und St. Marienkirche.
Die Böller-Verbotszone im Umfeld der St. Reinoldi- und St. Marienkirche. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund
Die Böller-Verbotszone am Hauptbahnhof.
Die Böller-Verbotszone am Hauptbahnhof. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

In den Verbotszonen dürfen sich nicht mehr als zwei Personen treffen. Diese Beschränkungen gelten für die beiden Bereiche am Hauptbahnhof und im Umfeld der St. Reinoldi- und St. Marienkirche am Silvestertag ab 22 Uhr bis Neujahr um 1 Uhr. Die dritte Verbotszone befindet sich rund um die Möllerbrücke – hier gelten die Beschränkungen von 20 Uhr bis 1 Uhr.

„Werden bei Privatfeiern im Einzelfall entscheiden“

Zudem stehen Privatfeiern im Fokus. Die Polizei kündigte an, dass es keine systematischen, stichprobenartigen Kontrollen in Wohnungen geben wird. „Ausgenommen hiervon bleiben jedoch Vorfälle in der Wohnung, die ein polizeiliches Eingreifen notwendig machen“, sagt Sprecherin Kupferschmidt. Die Stadt ergänzt dazu, dass Kontrollen bei Verstößen gegen das Partyverbot zulässig sind.

Doch was ist eine Party? Dazu gibt es keine eindeutige Definition. Kupferschmidt sagt, dass man im Einzelfall entscheiden werde. Man appelliere, dass die Kontaktbeschränkungen auf Treffen von fünf Personen aus maximal zwei Haushalten, die im öffentlichen Raum gelten, auch in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden sollen.

Grundsätzlich gilt aber Artikel 13 des Grundgesetzes: Dieser regelt die „Unverletzlichkeit der Wohnung“ und dient dem Schutz des privaten Raumes vor Eingriffen von staatlicher Seite.

Citywache ab 20 Uhr besetzt

In der Silvesternacht werden Polizei und Ordnungsamt mit verstärkter Präsenz unterwegs sein. Die Personalplanung unterscheide sich von der Planung für einen normalen Wochentag beziehungsweise eine normale Nacht unter der Woche, teilt die Polizei mit. Genaue Personalstärken nennt die Behörde nicht. Zudem wird die Citywache am Brüderweg am Silvestertag ab 20 Uhr besetzt sein und ist auch unter 0231 50-28 888 erreichbar.

Kontrolliert wird im öffentlichen Raum: „Wir haben einige Orte und öffentliche Plätze, die traditionell für Menschenansammlungen bekannt sind, besonders im Fokus. Dazu zählen unter anderem die City, die Möllerbrücke und der Wall. Zudem sind wir auf die Hinweise von Bürgern angewiesen“, sagt Polizeisprecherin Kupferschmidt.

Wall könnte zeitweise gesperrt werden

Neben Beamten in Uniform sind auch verdeckt agierende Kontrolleure im Stadtgebiet unterwegs. Darüber hinaus setzt das Ordnungsamt zwei mobile Wachen in den Bereichen Reinoldikirche und Katharinentreppe ein. „Das soll den Menschen zusätzlich die Möglichkeit geben, sich an die Ordnungskräfte zu wenden“, teilt die Stadt mit.

Auch der Staatsschutz ist in der Nacht zum Jahreswechsel unterwegs, da nach Informationen von Stadt und Polizei Menschen aus der rechten Szene Silvester seit geraumer Zeit zu Zusammenkünften nutzen würden.

Zudem wird die Polizei ein besonderes Augenmerk auf den Straßenverkehr legen.

„Wir werden mit Kräften auf dem Dortmunder Wall präsent sein und temporär von Sperrkonzepten an neuralgischen Örtlichkeiten wie beispielsweise der Kreuzung Neutor, den Nebenfahrbahnen des Ostwalls sowie im Bereich der Brügmannstraße Gebrauch machen“, sagt Kupferschmidt.

Zudem weist der ADAC daraufhin, dass nur Personen desselben oder maximal eines weiteren Haushalts im gleichen Auto befördert werden dürfen.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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