Uwe Guse erhält seine drei Masken und freut sich über die Aktion. © Linde
Corona

Kostenlose FFP-2-Masken: „Es ist die Hölle los”

Erstmals wurden am Dienstag gratis FFP2-Masken an Corona- Risikogruppen verteilt. Dortmunds Apotheker erlebten einen regelrechten Ansturm. Wir waren vor Ort dabei.

Es ist der letzte Tag vor dem harten Lockdown. Viele Dortmunder und Dortmunderinnen sind trotz des schlechten Wetters in der City unterwegs. Entsprechend viele Menschen nehmen auch die Gelegenheit wahr, am ersten Tag der kostenfreien Ausgabe von FFP2-Schutzmasken ihre drei Exemplare abzuholen. Die waren ihnen vom Bundesgesundheitsministerium versprochen worden.

1400 Masken bis zum Mittag

10.000 Masken, berichtet Ulrich Ausbüttel als Inhaber von zwei der sechs Ausbüttel-Apotheken, sind allein für die Adler-Apotheke und die Apotheke am Hansapatz geliefert worden. 1500, so schätzt der Apotheker, werde man pro Tag verteilen. An diesem Dienstag sind es bis 12:30 Uhr schon rund 1400, die in Ausbüttels City-Apotheken weggegangen sind.

Damit es trotz der vielen Kunden zu keinem Gedränge kommt und sich auch keine größeren Schlangen bilden, hat das Team der Adler-Apotheke vor dem Eingang drei kleine Stände aufgebaut, an denen die Masken verteilt werden.

Vor den Ständen stehen Kunden in der Schlange. Einmal an der Reihe, müssen sie ihren Ausweis vorzeigen – denn die Gratis-Masken gibt es nur für Menschen ab 60 oder mit Vorerkrankungen. Anschließend müssen die Empfänger der Masken noch ein Formular ausfüllen. So soll sichergestellt werden, dass keiner mehr als drei Masken abholt. Dann erst bekommen die Kunden ihre Masken in die Hand gedrückt. Es ist ein Moment, der bei vielen gute Laune auslöst.

Gute Laune bei den Empfängern der Masken

“Das war endlich mal eine gute Idee” sagt einer der Kunden, der seinen namen nicht in diesem Bericht lesen möchte. Ein anderer geht sogar noch weiter: „Ich finde es hervorragend.”

Die mit der Abholung verbundene mehr oder minder öffentliche Zurschaustellung eines Alters von mindestens 60 Jahren provoziert den einen oder anderen Witz: „Jaja ich bin älter als ich aussehe”, sagt beispielsweise eine Dame in der Schlange – und lacht.

Abduhlkarim Helali (21) verteilt draußen die Masken. Der Praktikant der Adler-Apotheke sagt, die Reaktionen seien sehr positiv: „Die Leute freuen sich.” Allerdings käme es auch ab und zu vor, dass jemand knapp unterhalb der Altersgrenze liege oder keine der relevanten Vorerkrankungen hat. „Einen von fünf Kunden muss ich durchschnittlich wegschicken”, sagt Helali.

Der Praktikant Helali (r) bei der Verteilung der Masken.
Der Praktikant Helali (r) bei der Verteilung der Masken. © Linde © Linde

Ein logistisch großer Aufwand

Den reibungslosen Ablauf stört das nicht. Auch Ulrich Ausbüttel freut sich darüber, dass „alles läuft”. Dahinter stand eine logistische Meisterleistung: „Wir mussten Masken beibringen, Formulare drucken, Mitarbeiter organisieren – und das alles innerhalb von nur vier Tagen.”

Ausbüttel verweist auch auf die besondere Situation: „Das ist ja schon eine ziemlich einmalige Aktion, wenn Apotheken auf Geheiß des Bundesgesundheitsamtes Schutzausrüstungen an die Bevölkerung verteilen.”

Der Praktikant Helali (r) bei der Verteilung der Masken.
Ulrich Ausbüttel vor der Adler Apotheke: „Froh, dass alles läuft.” © Linde © Linde

“Bei uns ist die Hölle los”

Auch Michael Mantell, der Vorsitzende des Dortmunder Apothekenvereins, sagt in einem ersten Fazit: „Bei uns war die Hölle los.“ Er bittet alle Kunden darum, die Ruhe zu bewahren, „es sind noch riesige Mengen an Ware unterwegs.”

Bei dem einen oder anderen Kollegen könne es natürlich vorkommen, dass „es zu Engpässen kommt”, aber bis zum Ende des Jahres „werden sicherlich genug Masken geliefert worden sein.”

Ausbüttel ist es besonders wichtig, dass die Berechtigten die Masken wohnortnah beziehungsweise in der Stammapotheke einmalig abholen, und anderen Dortmundern mit knappen finanziellen Mitteln erstmal den Vortritt lassen: Eine FFP2–Maske gebe es ab etwa 2,95 €.

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