Von 5. August bis 5. September fanden die Filmnächte auf Phoenix-West statt. Am Samstagabend gab es "Cash Truck" mit Jason Statham zu sehen. © Filmnächte Dortmund
Phoenix-West

Krabbeltier-Plage beim Open-Air-Kino? Dortmunderin will ihr Geld zurück

Entspannter Kino-Abend auf Phoenix-West? Eine Dortmunderin beschwert sich: Alles sei voller Insekten, Spinnen und anderem Getier gewesen. Der Veranstalter reagiert.

„Ich hatte mich auf einen wunderbaren Abend gefreut“, sagt Petra Böhs (57). Extra früh sei man zum Open-Air-Kino-Gelände auf Phoenix-West gefahren – lange vor Filmbeginn um 21 Uhr. „Ich finde den Sonnenuntergang dort herrlich.“

Doch Petra Böhs sah auch etwas anderes, weniger Erfreuliches. Das sei ans Licht gekommen, nachdem ihre Tochter die Handtasche hochgehoben habe: „Der komplette Boden hat gelebt.“

„Unbeschreiblich“: überall Flöhe, Spinnen, Zecken

Flöhe, Spinnen „und ich meine auch Zecken“ hätten alles bekrabbelt: Tische, Stühle, Getränkedosen – „ich habe so etwas noch nie erlebt“, unterstreicht die Dortmunderin.

Dass es draußen kreuchen könne, sei klar. Das kenne sie aus dem eigenen Garten. „Ich sitze immer in der Natur und weiß, was Zeckenbefall ist.“ Aber das am Samstagabend auf dem „Filmsommer“-Gelände sei „unbeschreiblich“ gewesen.

Sorge um die eigene Gesundheit

„Borreliose ist nicht witzig – im Gegenteil“, sagt Petra Böhs. Ihr Mann habe das am eigenen Leib erfahren. Deshalb habe sie sich auch bei den Ordnern beschwert. Ein Veranstalter sei doch „für die Sicherheit der Leute zuständig“.

Sie habe um ihre Gesundheit gefürchtet – und um die ihrer Begleiter. Doch von den Ordnern habe sie nur gehört: So schlimm sei das nicht.

Ein Platz auf der Empore, weiter weg vom bekrabbelten Boden, sei nicht mehr frei gewesen. Und auf anderen Plätzen sei die Kleinsttier-Plage ja ebenso heftig gewesen.

Anrufe bei Polizei und Feuerwehr

In dem Fall wolle sie ihr Geld zurück, stellte Böhs klar. 13 Euro pro Kopf kostete der Eintritt. Das läppere sich für mehrere Personen. Doch der Veranstalter sei einfach nicht darauf eingegangen.

Also telefonierte Petra Böhs: Mit der Polizei, die sich aber nicht zuständig gesehen habe. Mit der Feuerwehr, von der sie zwar gehört habe: „Es tut mir total leid“, die aber auch nichts hätte tun können. Und Ordnungsamt und Gesundheitsamt hätte sie ja um diese Zeit an einem Samstagabend nicht erreicht.

„Eine Open-Air-Veranstaltung, da gibt es Tiere“

Beim Veranstalter Neovaude kann man die Aufregung nicht nachvollziehen: „Es ist eine Open-Air-Veranstaltung, da gibt es Tiere“, so Simon Schlomberg. Die Beschwerde von Petra Böhs sei die einzige gewesen. Ansonsten hätte kein Besucher von vielen kleinen Tieren berichtet.

Wahrscheinlich seien an diesem Platz noch Essens- oder Trinkreste liegen geblieben vom Film vorher, Popcorn vielleicht. „Wahrscheinlich fühlen sich einige Tiere in den Holzhackschnitzeln sehr wohl.“

Geld zurück? Nach aktuellem Stand nicht

Natürlich habe man nicht „das komplette Feld desinfiziert und umgegraben“ vor der Veranstaltung. Außerdem habe man Petra Böhs und ihren Begleitern alternative Plätze angeboten, „weil de facto nur an dieser einen Stelle“ so viele Tierchen gewesen seien.

Dieses Angebot sei allerdings nicht angenommen worden. Stattdessen sei es zum Streit gekommen, der auch andere Besucher gestört habe. „Wir sind weiterhin gesprächsbereit“, so Schlomberg. Bisher sei aber klar: Komplett rückerstatten werde man das Eintrittsgeld nicht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Björn Althoff

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.