Krankenhaus-Besuche sind in Dortmund weiter unerwünscht

mlzCoronavirus

Schulen und Kitas öffnen sich immer weiter. Auch Besuche in Seniorenheimen sind wieder möglich. Bei Besuchen in Krankenhäusern wollen Stadt und Klinikbetreiber aber streng bleiben.

Dortmund

, 19.05.2020, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer mehr coronabedingte Beschränkungen hat die NRW-Landesregierung in den vergangenen Wochen gelockert. Kommt bald auch eine Lockerung für Krankenhaus-Besuche? Diese Frage stellen sich zumindest die Spitzen von Stadt und Dortmunder Krankenhäusern. Und die Aussicht bereitet ihnen durchaus Sorgen.

Die Angst vor Infektionen bleibt

Die Leitungen der Dortmunder Krankenhäuser haben Sorge, dass das Land Besuche in Krankenhäusern demnächst wieder ermöglichen könnte. Um Patienten und das Personal zu schützen, ist es ihnen jedoch wichtig, das Risiko von Corona-Infektionen in Krankenhäusern so gut es geht zu verringern. Besuche bedeuten ein erhebliches Risiko für Patienten und Personal, lautet das Credo.

Dass es wie anderswo auch für Krankenhausbesuche strenge Hygiene-Bestimmungen geben dürfte, tröstet die Experten nicht. Es mache keinen Sinn, etwa Pflegepersonal dafür einzusetzen, Besucher hinein- und heraus zu begleiten, stellte der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes Dr. Frank Renken am Dienstag fest. Die Leitungen der Dortmunder Krankenhäuser haben das Dortmunder Gesundheitsamt gebeten, moderierend tätig zu werden, teilt die Stadt mit.

Denn auch die Krankenhaus-Spitzen sehen größte Schwierigkeiten darin, im Krankenhaus-Alltag personell und organisatorisch dafür zu sorgen, dass alle Hygienevorgaben in den Besuchszeiten ordnungsgemäß eingehalten werden, teilt die Stadt mit. Der personelle und organisatorische Aufwand sei immens. So seien Zeiten, Häufigkeit, Anzahl und Daten der Besuche nachzuhalten.

Ausnahmen können in Einzelfällen möglich sein

Deshalb habe man sich gemeinschaftlich für eine einheitliche Besuchsregelung bis einschließlich 1. Juni 2020 ausgesprochen. Demnach sollen weiterhin keine Besuche in den Krankenhäusern stattfinden.

In besonderen klinischen Situationen etwa bei Schwerst- oder Langzeiterkrankungen oder etwa auf Geburts- und Kinderstationen sowie auf Palliativstationen könnten Besuche im Einzelfall mit den behandelnden Ärzten vereinbart werden. In den psychiatrischen Krankenhäusern beziehungsweise psychiatrischen Abteilungen würden Besuche gesondert geregelt.

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„Es geht nicht darum, den Bürgerinnen und Bürgern etwas zu verwehren, sondern deutlich zu machen, dass jeder Angehörige mit dem Verzicht auf Besuche weiterhin einen wertvollen Beitrag zum Infektionsschutz im Krankenhaus leistet. Wir hoffen auf ein breites Verständnis in der Dortmunder Bevölkerung“, erklärt Dr. Frank Renken.

Als Ersatz böten die Krankenhäuser den Patienten Unterstützung, in dem sie etwa Videotelefonie mit Angehören ermöglichen.

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