TV-Auftritt in Tagesschau

Krankenhaus-Mitarbeiterin gegen Impfpflicht – Klinikum Dortmund reagiert

Die Äußerungen einer angeblichen Dortmunder Klinik-Mitarbeiterin in der Tagesschau gegen eine Impfpflicht haben in der Stadt hohe Wellen geschlagen. Nun äußert sich Dortmunds größtes Krankenhaus.
Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen am Dienstagabend den Auftritt einer Mitarbeiterin des Klinikums Dortmund in der Tagesschau. © Dennis Werner

„Wir sind nicht für die Impfpflicht. Wir wollen, dass das freiwillig ist“: Diese Sätze hat eine Frau am Rande der Anti-Corona-Demo in Dortmund in die Kamera eines TV-Teams gesagt – mit den einleitenden Worten, dass sie „im Klinikum hier in Dortmund“ arbeite.

Weil sie mit diesem kurzen Statement in einem Tagesschau-Beitrag vor einem Millionenpublikum zu sehen war, schlug es hohe Wellen in Dortmund. Unmittelbar nach der Ausstrahlung gab es in Sozialen Netzwerken Kritik an dem Auftritt. Vor allem, dass eine Krankenhaus-Mitarbeiterin, für die ab Mitte März eine Impfpflicht gilt, sich gegen eine solche Pflicht aussprach, sorgte für Unverständnis.

Dabei ist noch gar nicht klar, dass die Frau, die im Beitrag ohne Namensnennung zu Wort kommt, tatsächlich in einem Dortmunder Krankenhaus arbeitet. Auch zwei Tage nach dem Mini-TV-Auftritt könne „nicht abschließend geklärt werden“, ob die Frau wirklich eine der rund 4700 Angestellten des Klinikums Dortmund sei, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik vom Donnerstag. Dortmunds größtes Krankenhaus ist der vom Namen her naheliegendste mögliche Arbeitgeber.

Auch Anfragen unserer Redaktion bei den zwei nächstgrößten Krankenhäusern der Stadt, dem Klinikum Westfalen mit seinen Knappschaftskrankenhäusern in Brackel und Lütgendortmund und dem Johannes-Hospital, blieben bisher ergebnislos.

Klinikum Dortmund bekennt „sich klar zu geltenden Corona-Beschränkungen“

Trotz dieser noch offenen Frage hat sich das Klinikum Dortmund grundsätzlich zu der Aussage der Frau geäußert. In der Pressemitteilung heißt es, dass man „sich klar zu den geltenden Corona-Beschränkungen bekennt und dies auch im Rahmen der Arbeitstätigkeit von seinen 4700 Mitarbeitenden verlangt.“

Das Klinikum habe einen „Kodex aus gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen wie Toleranz und Wertschätzung, der unverhandelbar ist“, so Klinikumssprecher Marc Raschke.

Klinikum: Meinungsfreiheit ist „hohes Gut“

Zugleich wisse man aber auch um das hohe Gut der Meinungsfreiheit in Deutschland, weshalb das Klinikum seinen Angestellten selbstverständlich nicht die Teilnahme an einer angemeldeten Demo verbiete, sagt Raschke. Wer dort dann vor Ort interviewt werde, tue dies eben als Privatperson und nicht als Vertreter eines Unternehmens, der die offizielle Meinung oder Einstellung dieses Unternehmens wiedergebe.

Mit Konsequenzen vonseiten ihres Arbeitgebers müsste die Frau also nicht rechnen, sollte sie tatsächlich beim Klinikum Dortmund arbeiten – außer, sie ist nicht nur gegen die Impfpflicht, sondern auch zusätzlich nicht geimpft. In diesem Fall drohe ihr mit Inkrafttreten der Impfpflicht für Krankenhaus-Mitarbeiter Mitte März ein Betretungsverbot der Klinik und ein Aussetzen ihres Lohns.

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