Krankenkasse schickte Mahnungen – und musste sich dann entschuldigen

mlzNach Computerumstellung

Horst Tuneke hat zehn Jahre lang treu und brav Beiträge aus einer privaten Rentenversicherung an seine Krankenkasse gezahlt. Doch die wollte ihm den Gerichtsvollzieher ins Haus schicken.

Dortmund

, 28.03.2019, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Horst Tuneke (74) kann nur den Kopf schütteln. Seit 1964 ist er Mitglied der Krankenkasse DAK, heute DAK-Gesundheit. Schon über seine Eltern war er dort krankenversichert und wird es 75 Jahre sein, wenn er im April seinen Geburtstag feiert. „Und eine Vollstreckungsankündigung ist nun der Dank dafür“, sagt der Rentner. Was er in den letzten Monaten erlebt hat, lässt ihn an seiner Treue zweifeln.

Im Dezember 2008 hat der ehemalige Journalist eine Summe von seinem berufsständischen Versorgungswerk ausbezahlt bekommen. Davon war üblicherweise zehn Jahre lang eine monatliche Zahlung an die DAK zu leisten. Diese habe er auch treu und brav zehn Jahre lang abgeführt, versichert Tuneke. Doch angeblich, so die DAK, seien von den letzten drei Zahlungen im Oktober, November und Dezember 2018 zwei nicht angekommen.

Geld war auf dem DAK-Konto

Doch Tuneke konnte gerichtsfest beweisen, dass er die Beträge von jeweils 356,48 Euro überwiesen hat. Seine Bank bestätigte ihm, dass er die Zahlungen geleistet habe und sie beim Empfänger, der DAK, angekommen seien.

Trotzdem bekam Horst Tuneke „eine Flut von Mahnungen“, berichtet er. „Das grenzte schon an Mobbing.“ Geduldig habe er die DAK wiederholt darauf hingewiesen, dass er die Beträge gezahlt habe, sagt er. Und er habe der DAK die entsprechenden Kassen-Belege zugesandt. „Doch bei der DAK schien sich niemand für meine Eingaben zu interessieren“, meint der Ruheständler.

Stattdessen erhielt er am vergangenen Montag eine Vollstreckungsankündigung vom Hauptzollamt Dortmund über 792,74 Euro. „Ich bin mir vorgekommen wie ein Betrüger.“

Unterlagen waren bei der DAK

Er habe den Eindruck, dass bei der Krankenkasse eine Hand nicht wisse, was die andere tue. So hatte er die DAK gebeten, ihr Konto zu überprüfen. Im Dezember 2018 habe ihn die Krankenkasse nach den zehn Jahre alten Vertrags-Unterlagen vom Versorgungswerk gefragt. Die hätten der DAK jedoch vorgelegen, sagt Tuneke; denn „die Kasse hatte mir im November 2018 aus eigenen Unterlagen eine Kopie davon zugesandt.

Offensichtlich hat eine Überprüfung des DAK-Kontos nicht stattgefunden.“ Er habe den Vorstandsvorsitzenden der DAK um Aufklärung gebeten, habe aber keine Antwort erhalten.

Klarheit in die Sache brachte schließlich eine Anfrage dieser Redaktion. „Das Geld ist alles angekommen“, bestätigte Rainer Lange, DAK-Sprecher für NRW. Herr Tuneke ist raus, die Forderung wird plattgemacht.“ Die Verwirrung sei durch eine Computerumstellung und einen menschlichen Fehler entstanden. Die DAK hat sich bei Horst Tuneke entschuldigt.

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