Regelmäßig sammeln sich am Dortmunder Kanal Müllberge. Mülleimer oder Container gibt es keine an den Grünflächen. © Oliver Schaper
Hitze-Welle

Krawall am Dortmunder Kanal: Spuck-Attacken, Müll und Wurfgeschosse

Gerade bei hohen Temperaturen treibt es die Dortmunder zum Kanal. Allerdings berichten Anwohner, Ruderer und Besucher von „unterirdischem“ Verhalten.

Es könnte alles ganz idyllisch sein am Kanal: Wenn das Wetter mitspielt, hat man eine weitläufige Fläche zum Liegen, Sitzen und Entspannen, niemand muss Eintritt zahlen und die Polizei duldet trotz eines generellen Verbots an bestimmten Stellen das Schwimmen.

Anwohner, Ruderer und selbst auch Besucher des Kanals berichten allerdings von einer weniger malerischen Atmosphäre: Von Spuck-Attacken, Bergen von Müll und sogar von Steinwürfen auf Ruderboote ist die Rede.

Kanalbesucher teils mit „unterirdischem“ Verhalten

Der Kanal in Dortmund ist offiziell eine Bundeswasserstraße, konzipiert und angelegt für die Schifffahrt. Auch die Dortmunder Ruderer nutzen den Kanal für ihr Training. Dass viele Jugendliche dort Party machen, störe sie eigentlich weniger, berichtet einer der Ruderer. Allerdings sei das Verhalten manchmal „unterirdisch“.

Beispielsweise hätten am vergangenen Montag (14.6.) Jugendliche, die auf der Brücke der Weidenstraße saßen, direkt beim Ruderclub Hansa, auf das Boot runtergespuckt und den Steuermann des Bootes mitten ins Gesicht getroffen.

Auch seien die Ruderer auf ihrer Strecke von entgegenkommenden Booten gewarnt worden, dass von der Brücke der Ellinghauserstraße Steine auf die Ruderer geworfen werden.

Auch in den sozialen Medien berichten User von solchen Beobachtungen.

Auf Instagram schreibt beispielsweise eine Userin: “Es wird auch immer Mal wieder versucht, die Ruderer mit Bällen oder auch Steinen abzuwerfen.”

Eine Anzeige nach solchen Vorfällen ist bei der Dortmunder Polizei noch nicht eingegangen. Pressesprecherin Dana Seketa erklärt aber, dass ein solcher Steinwurf selbstverständlich einen Straftatbestand erfülle.

Berge an Müll nach heißeren Tagen

Egal ob nun Spucke, Steine oder gefährliche Sprünge von den Brücken ins kühle Nass – Ruderer müssen auf dem Dortmunder Kanal vor jeder Brücke „immer nach oben gucken.“

Aber auch ohne aggressives und gefährliches Verhalten hinterlässt das bunte Treiben am Kanal seine Spuren. Anwohner wie Nadja Froese beklagen „Berge von Müll“ nach heißeren Tagen.

Die ersten Sommer-Tage im Juni haben ihre Spuren hinterlassen: Der Müll türmt sich am Kanal.
Die ersten Sommer-Tage im Juni haben ihre Spuren hinterlassen: Der Müll türmt sich am Kanal. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Für gewöhnlich ging die 29-Jährige gerne mit ihrem Hund am Kanal entlang. Seitdem die Tage allerdings wärmer – und die Besucherströme am Kanal größer – werden, sei das nicht mehr möglich, nur noch „vor 6 Uhr morgens und nach 22 Uhr abends.“

Froese denkt dabei vor allem auch an die Natur „das ist hier ein Brutgebiet, es ist für Enten und Gänse jetzt auch kein Vorteil, wenn sie den Müll fressen.“

Wer kümmert sich um die Entsorgung des Mülls?

Gleichzeitig fragt sich die Dortmunderin allerdings auch: „Wie machen die das? Kommen die am nächsten Tag wieder und legen sich in ihren eigenen Müll?“

An der Kanalbrücke Ellinghauser Straße liegen nicht nur Berge von Müll, es sollen auch Steine auf Ruderboote geworfen worden sein.
An der Kanalbrücke Ellinghauser Straße liegen nicht nur Berge von Müll, es sollen auch Steine auf Ruderboote geworfen worden sein. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Auffällig für die Anwohner ist jedenfalls, dass am Kanal so gut wie Keine Mülleimer- oder Container stehen, um der Verschmutzung vorzubeugen. Die EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) erklärt auf Nachfrage, dass der Bereich nicht mehr in ihre Zuständigkeit falle.

In den vergangenen Jahren habe man noch mit der Stadt kooperiert, um den Müll zu beseitigen, das Programm wurde allerdings nicht verlängert: “Wir haben die Stadt darauf hingewiesen, dass es so aussieht, wie es aussieht“, heißt es bei der EDG.

Auch Besucher, die am Kanal liegen und schwimmen wollen stören sich mittlerweile schon an der Situation. Zwei der Gäste klagen: „Hier ist alles dreckig, auch das Wasser ist dreckig.“ Sie schieben hinterher: „Und die an den Brücken werden immer asozialer.“

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