Betrug

Kredit-Betrug im großen Stil: Mutmaßlicher Haupttäter in Dortmund verurteilt

Mehrere Betrüger sollen arbeitswillige Zuwanderer ausgenutzt, mit ihren Ausweisen Konten eröffnet und Kredite aufgenommen haben. Nun ist der mutmaßliche Haupttäter verurteilt worden.
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Nach Betrug im großen Stil mit gestohlenen und gefälschten Pässen ist ein 34-jähriger Mann im Januar diesen Jahres vor dem Amtsgericht Dortmund verurteilt worden – zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt es, dass Ermittlungen gegen weitere Beschuldigte laufen würden.

Mit gefälschten oder auch in osteuropäischen Ländern wie Polen oder der Slowakei gestohlenen Ausweisen haben der Mann und die weiteren Tatverdächtigen demnach zahlreiche Konten eröffnet, um dann Kredite zu beantragen. Dies taten sie bei Banken in Dortmund, Bochum, Essen und weiteren NRW-Städten, aber auch beispielsweise in Kiel, Oldenburg und Passau.

Der nun verurteilte 34-jährige Rumäne gilt laut der Mitteilung als Haupttäter. Er allein habe durch die Masche rund 250.000 Euro erlangt – mehr als 87.000 Euro seien im Zuge der Ermittlungen eingezogen worden.

Ermittlungen seit September 2019

Die Dortmunder Kriminalpolizei ermittle seit September 2019 gegen die überwiegend aus der Türkei stammenden Personen. Banken und eine Stelle beim Zoll, die Finanztransaktionen untersucht, hatten verdächtige Vorgänge angezeigt – betroffen seien über 220 Bankverbindungen.

Auch in Dortmund flog eine Masche auf: Demnach nutzten die Tatverdächtigen im Umgang mit deutschen Behörden und Banken unerfahrene, osteuropäische Zuwanderer aus, um mit deren Dokumenten mit betrügerischer Absicht die Konten zu öffnen und Kredite zu beantragen, heißt es. Die Ausweisinhaber wussten nichts von dem Missbrauch ihrer Dokumente.

Erstkontakte habe es häufig auf dem sogenannten „Arbeiterstrich“ gegeben, wo Zuwanderer ihre Arbeit zu Tiefstpreisen anbieten. Zum Teil haben die Tatverdächtigen die ahnungslosen Ausweisinhaber sogar zur Behörden begleitet.

Die angesprochenen Arbeitssuchenden hätten bereitwillig ihre Ausweise übergeben, nachdem ihnen Hilfe beim Behördengang und bei der Arbeitssuche versprochen worden sei.

Schaden mit mehr als 660.000 Euro

Die Staatsanwaltschaft habe im Zuge der Ermittlungen ein umfangreiches Verfahren mit mehr als 130 Fallakten eröffnet. Dadurch seien Zusammenhänge bundesweiter Taten entdeckt worden, an denen insgesamt 50 Verdächtige beteiligt gewesen sein sollen. Der Gesamtschaden belaufe sich auf mehr als 660.000 Euro.

Die Ermittlungen wegen Kontoeröffnungsbetrugs, Krediterlangungsbetrugs, Geldwäsche und anderen Delikten seien noch nicht vollständig abgeschlossen.

Das Urteil gegen den 34-jährigen Haupttäter sei rechtskräftig. Da er auch bereits wegen anderer Verfahren verurteilt worden war, müsse er nun mit der Bildung einer Gesamtstrafe rechnen.

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