Weil in der Nacht von Freitag auf Samstag (24.7.) rund um den U-Turm gefeiert worden ist, räumte die Polizei den Bereich. Ein Dortmunder, der vor Ort war, kritisiert das Auftreten der Beamten. © Nils Foltynowicz (Archiv)
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Kritik an Polizeieinsatz am U-Turm: „Deeskalierend war da nichts“

Die Polizei hat am Wochenende die Fläche am U-Turm geräumt. Etwa 500 Personen hatten dort gefeiert. Ein Dortmunder, der vor Ort war, kritisiert das Auftreten der Polizei. Die Polizei nimmt Stellung.

In der Nacht von Freitag auf Samstag (24.7.) haben etwa 500 Menschen rund um den U-Turm gefeiert, bis die Polizei um 2 Uhr den Platz räumte. Ein Dortmunder, der an diesem Abend am U-Turm gefeiert hat, kritisiert das Auftreten und die Kommunikation der Polizeibeamten.

Dabei hat Tim, der seinen richtigen Namen in Verbindung mit einem Polizeieinsatz nicht öffentlich nennen möchte, im Grundsatz Verständnis dafür, dass die Situation für die Beamten keine leichte war.

Es seien viele Leute vor Ort gewesen, einige seien betrunken gewesen. „Das ist zuerst mal unübersichtlich, die Stimmung war aber super entspannt“, beschreibt der Student die Szenerie, bevor die Polizei am U-Turm aufgetaucht ist.

Am U-Turm bildeten sich kleine Tanzflächen

Er selbst habe die Corona-Pandemie immer ernst genommen. Aktuell würde er auch nicht in Clubs feiern wollen, selbst wenn diese wieder öffnen würden, sagt er. „Ich habe mich deshalb gefreut, dass draußen mal wieder etwas stattgefunden hat. Die Leute standen in ihren Gruppen. Sicherlich war das jetzt nicht vollkommen corona-konform, aber es wurde schon darauf geachtet.“

Nach der Veranstaltung „Sommer am U“ seien viele vor Ort geblieben, erzählt er, andere seien dazu gekommen. Es wurden Boxen mitgebracht. So hätten sich mehrere kleine Tanzflächen gebildet. Offenbar war es für einige Anwohner zu laut. Sie riefen die Polizei. Als diese ankam, hätten viele Feiernde den Platz bereits verlassen.

„Die Polizei war anfangs relativ entspannt, bis dann aus einer Gruppe eine Flasche auf einen Polizeiwagen geworfen wurde“, sagt Tim, der die Situation nur am Rande mitbekommen hat. Die Beamten hätten daraufhin ihre Helme aufgezogen.

Die Mehrheit der Feiernden war friedlich

Es habe sich dabei aber um eine einzelne Gruppe gehandelt, die Ärger gemacht habe, ansonsten sei es friedlich gewesen. „Die Mehrzahl der Leute kam den Platzverweisen der Polizistinnen und Polizisten nach und verhielt sich kooperativ“, beschreibt auch die Polizei in ihrer Pressemitteilung die Situation.

Auf Anfrage unserer Redaktion schreibt sie zudem: Der Bereich rund um den U-Turm sei – losgelöst von der beschriebenen Ruhestörung – unauffällig. Es sei allgemein zu beobachten, dass sich junge Menschen an den verschiedensten öffentlichen Plätzen treffen würden – meist in Kleingruppen. „Wir wissen um diesen Umstand, haben ihn im Blick und begegnen etwaigen Verstößen mit einem konsequenten Einschreiten.“

Zum Teil hätten Polizisten Schlagstöcke gezogen und seien auf die verbliebenen Menschen zugekommen, sagt Student Tim. „Da kam eine Aggression rein, die gar nicht nötig war“, findet Tim. „Vor allem, weil ich die Lautsprecherdurchsagen vorher nicht verstehen konnte.“

„Das war eine erschreckend schlechte Kommunikation“

Hinweise darauf, dass es einen Schlagstockeinsatz am Wochenende gab, liegen dieser Redaktion nicht vor. Auch Tim berichtet davon nicht. „Deeskalierend war da aber nichts.“ Er sieht es so: „Das war schon eine erschreckend schlechte Kommunikation.“

Als Tim nachfragte, warum der Platz geräumt wird, hätten manche Polizisten das nicht gewusst, andere ihn angeschrien: „Weil er jetzt geräumt wird.“ Ihn irritierte auch, dass er zwei Bundespolizisten mit Maschinenpistolen auf dem Platz gesehen habe.

Die Bundespolizei bestätigt, dass Einsatzkräfte der Behörde vor Ort waren, die auf Ersuchen der Dortmunder Polizei die Maßnahmen am U-Turm unterstützt haben. Nach Informationen eines Sprechers hätten Bundespolizisten aber keine spezielle Bewaffnung mit sich geführt.

Da Beamte aber aus anderen Aufträgen abgezogen worden seien und zu manchen Anlässen eine bestimmte Ausrüstung vorgeschrieben ist, wolle er nicht ausschließen, dass Bundespolizisten vor Ort auch Maschinenpistolen mit sich geführt haben.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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