Kündigung bleibt bestehen

Brötchen-Prozess

DORTMUND Bundesweite Aufmerksamkeit erregte der „Brötchen-Prozess“ der Bauverbände Westfalen gegen eine Mitarbeiterin. Allerdings gingen zum Teil Fakten durcheinander. So berichtete z. B. Anne Will Sonntagabend in der ARD, die Kündigung gegen Sekretärin Magdalena H. sei zurückgenommen.

von Von Bettina Kiwitt

, 12.10.2009, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Herrmann Schulte-Hiltrop schilderte seine Sicht der Dinge.

Herrmann Schulte-Hiltrop schilderte seine Sicht der Dinge.

Bei "Anne Will" sei der Eindruck erweckt worden, „dass ich diese Entschuldigung allein des öffentlichen Druckes und nur der Fernsehsendung wegen gemacht habe“. Das sei nicht der Fall. „Meinen Entschluss, mich zu entschuldigen, habe ich in dem Augenblick getroffen, als sich Frau H. vor Gericht öffentlich entschuldigt hatte. Ich darf Ihnen aus offenen Herzen sagen, dass diese Geste mich menschlich berührt hat.“ Direkt nach der Güteverhandlung habe er daher den Anwalt der Bauverbände beauftragt, mit der Gegenseite eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Schulte-Hiltrop hatte beim Besuch unserer Redaktion nichts dagegen, dass wir mit Mitarbeitern aus dem Verbandshaus über den Fall sprechen. Die übten durchaus kritische Töne. „Es gehört sich nicht, sich vorher am Buffet zu bedienen“, sagt Sekretärin Gerlinde Stenzel (50), die seit 1977 im Hause tätig ist. „Wenn etwas übrig blieb, konnten wir uns bedienen.“ Aus Sicht des Arbeitgebers könne er die Kündigung nachvollziehen, meint auch Dieter Latzel (59) aus der Abteilung Bauwirtschaftsrecht. Die Frage sei immer, wo man die Grenze ziehe.

Lesen Sie jetzt