Kinderschwimmschule muss schließen – das sagen betroffene Eltern

mlzBabyschwimmen

Im nächsten Jahr muss die Kinderschwimmschule schließen. Die Kündigung stößt bei vielen Eltern auf Unverständnis – jetzt wehren sie sich.

von Marc Dominic Wernicke

Hörde

, 28.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kinderschwimmschule in Hörde muss im nächsten Jahr schließen. Die St. Lukas Gesellschaft als Eigentümerin der Immobilie am Stiftskamp hat der Betreiberin zum 31. September 2020 gekündigt.

600 Kinder lernen in diesem Schwimmbad derzeit in wöchentlichen Kursen das Schwimmen, 800 weitere stehen auf der Warteliste. Bei einigen Eltern schlägt die Nachricht hohe Wellen.

Jetzt lesen

„Ich bin Mutter einer kleinen Tochter und mein Wunsch war es, dass sie früh schwimmen lernt“, schrieb unsere Leserin Jessica Just. Mit Unverständnis reagierte sie auf die Ankündigung, dass die seit 1998 bestehende Schwimmschule ihren Standort verlassen muss.

Eine Petition fordert den Erhalt

„Babys und Kleinkinder brauchen ein altersgerechtes Becken mit circa 33 Grad und höherer Außentemperatur, damit sie sich nicht erkälten. Es ist super schwer, eine Schwimmschule zu finden und dann noch einen Platz zu bekommen“, sagt Just.

Ähnliche Reaktionen zeigen sich in einer Petition für den Erhalt der Schwimmschule, die vor drei Wochen gestartet ist. Inzwischen (Stand 28. Oktober) haben sich dort mehr als 1700 Personen eingetragen.

Wie kam es zur Kündigung?

„2007 wurde uns zum ersten Mal mitgeteilt, dass das Schwimmbad geschlossen werden solle, da die Betriebskosten und der Personalaufwand zu hoch waren“, sagt die Betreiberin Cornelia Döring.

2009 übernahm sie die Leitung des Schwimmbads mit einem Vertrag für zehn Jahre. „Uns ist klar, dass es sich um ein altes Gebäude mit alter Technik handelt. Wirtschaftlich ist das keineswegs. Wir haben uns in den vergangenen drei Jahren immer wieder darum bemüht, Alternativen zu finden und waren dafür auch mit der Wirtschaftsförderung im Gespräch“, so Döring.

Nach Eingang der Kündigung habe sie das Gespräch mit der Geschäftsführung gesucht, um eine flexible Verlängerung zu erreichen: „Uns wurde nicht einmal der Betrieb bis Ende 2020 zugebilligt, sondern nur ein weiterer Monat, um das Quartal abzuschließen.“

Was sagt die Eigentümergesellschaft?

„Für uns stand schon vor 12 Jahren fest, dass die marode Immobilie für eine dauerhafte Schwimmbadnutzung ungeeignet ist“, erklärt der Geschäftsführer Clemens Galuschka auf Nachfrage. „Wir haben dies stets als Provisorium verstanden und Frau Döring viel Zeit gelassen, um einen neuen Standort zu finden.“

Jetzt lesen

Für die Nutzung sei in dieser Zeit keine Miete angefallen. Lediglich die Betriebskosten musste die Schwimmschule selbst bezahlen. Zukünftig will die St. Lukas Gesellschaft am Standort der Immobilie einen weitreichenden Um- oder Neubau mit Mikroapartments für Angestellte des St. Josef Hospitals vornehmen. „Wir haben hier wirklich viele Jahre gewartet und jetzt möchten wir unsere eigenen Interessen verfolgen“, so Galuschka.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt