Kulturausschuss empfiehlt den Bau der Digitalen Akademie des Theaters

mlzNeubau am Hafen

Überraschend schnell sprach sich der Kulturausschuss am Dienstag für die Einrichtung der Digitalen Akademie des Theaters aus. Der Plan umfasst den Ort und einen Zeit- und Finanzierungsplan.

Dortmund

, 20.03.2019, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Dinge hat der Kulturausschuss am Dienstag in Bezug auf die Digitale Akademie beschlossen.

  • Die Akademie soll die sechste Sparte des Theaters werden – zusätzlich zu den bisherigen Sparten Oper, Schauspiel, Ballett, Philharmoniker und Kinder- und Jugendtheater.
  • Die Akademie soll an der Speicherstraße 19 am Hafen gebaut werden.
  • Die Stadtverwaltung übernimmt die Miete und die Betriebskosten.

Die Kosten für den Neubau: Geschätzte 7,3 Millionen Euro

Die Baukosten belaufen sich – vorläufig – auf rund 7,3 Millionen Euro plus 300.000 Euro für den Abbruch des bestehenden Gebäudes. Vorläufig deswegen, weil es bisher noch keinen konkreten Entwurf für den Neubau gibt. Die Summe ist eine Annahme auf der Grundlage von Durchschnittswerten. Weil der Bauauftrag erst nach dem Beschluss ausgeschrieben werden kann, hat Theaterchef Tobias Ehinger diese vorläufige Summe angegeben.

Geplant ist, dass die Stadtverwaltung dafür einen Kredit aufnimmt. Über die Miete soll der Kredit abgezahlt werden, nach 30 Jahren soll er komplett bezahlt sein.

Die Stadt bezahlt rund 400.000 Euro Miete im Jahr

Auch die Miet- und Betriebskosten sind vorerst geschätzt. Sie liegen bei rund 167.000 Euro für 2022 (bei einem vorläufigen Eröffnungstermin am 1. August 2022) und 401.000 Euro in den Folgejahren.

Für die ersten drei Betriebsjahre 2022 bis 2025 sind gesichert: 1 Million Euro für die Forschung von der Kulturstiftung des Bundes, 1,3 Millionen für Personalkosten vom Kulturministerium NRW und 1,5 Millionen Euro für die technische Infrastruktur von der EU-Wirtschaftsförderung.

Die „Akademie für Theater und Digitalität“ ist eine Idee des Schauspiel-Intendanten Kay Voges. Sie soll als Forschungs- und Produktionslabor fungieren und digitale Technologien fürs Theater weiterentwickeln.

Der Antrag glitt geräuschlos durch die Abstimmung

Fast zwei Stunden nach Beginn der Sitzung am Dienstag kam der Punkt 3.2 an die Reihe, „Gründung und Standort der Akademie für Theater und Digitalität“. Bis dahin war viel diskutiert worden, zum Beispiel über eine Fördergeld-Erhöhung für die Freie Kulturszene von 1,2 Millionen Euro (mehrheitlich angenommen).

Und über den Bericht des Ruhrhochdeutsch-Festivals 2018, dessen Zuschuss schrittweise auf Null reduziert wird (dabei ging es nur um eine Kenntnisnahme, trotzdem wurde diskutiert, ob das Festival ohne öffentliches Geld überleben kann).

Als es um die Akademie ging, gab es keine einzige Wortmeldung. Theaterchef Tobias Ehinger sagte anschließend im Gespräch mit dieser Zeitung, er habe vorab die Fraktionen besucht und alle Fragen dabei bereits beantwortet. Offenbar mit Erfolg: Der Ausschuss stimmte mit großer Mehrheit dafür.

So geht es weiter

Letzte Instanz bei diesem Vorhaben ist der Rat der Stadt. Der Beschluss des Kulturausschusses ist eine Empfehlung an den Rat der Stadt, dieses Vorhaben endgültig zu beschließen. Die nächste Sitzung des Rates ist am 28. März.
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