Kunden kommen, aber nicht alles ist prima: Kleine Geschäfte nach Corona

mlzOnline-Handel

Die Papier-Container sind überfüllt. Viele Menschen bestellen online – nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch aus Angst vor einer Corona-Infektion. So geht es den kleinen Geschäften damit.

Lütgendortmund, Huckarde, Mengede

, 11.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An den Dortmunder Abfallcontainern stapelt sich der Papiermüll. Schuld ist die deutlich gestiegene Anzahl an Online-Bestellungen aufgrund der Corona-Pandemie. Bei wochenlang geschlossenen Geschäften haben die Dortmunder Kleidung und Co. über das Netz gekauft.

Und auch jetzt flacht die Papierflut noch nicht ab. Die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) stellt deshalb an 62 Standorten zusätzliche Container auf. Zudem sollen alle Container-Standorte häufiger gereinigt werden.

Doch wie geht es den Geschäften, gerade den kleineren in den Vororten, wenn noch immer so viel online bestellt wird? „Zu mir kommen mehr oder weniger genauso viele Kunden wie vor der Krise auch“, sagt Iryna Lyshtva, Inhaberin des Weinverkaufs Uecker in Lütgendortmund. „Aber ich hatte auch Glück, dass ich mein Geschäft als Lebensmittelgeschäft nie schließen musste.“

Onlineshop bietet spezielles Angebot

Teils habe sie auch das Gefühl, dass Kunden, die jetzt nicht in den Urlaub fahren können, mehr Wein kaufen, um ihn zu Hause zu trinken, sagt Iryna Lyshtva, deren Geschäft im Juli ein paar Häuser weiter an die Limbecker Straße 5 zieht.

Dennoch habe sie neben dem Ladenverkauf auch einen Onlineshop. „Dort bestellen überwiegend Leute, die mein Geschäft kennen oder etwas Spezielles suchen“, erklärt sie. „Ich habe manche Weine im Angebot, die es nicht überall gibt.“

Auf den eigenen Onlineshop haben Claudia Rohmann und Sabine Kurmann von der Buchhandlung „Seitenreich“ in Huckarde, Huckarder Straße 352, vor allem in der Zeit der Corona-Schließung gesetzt. Seit dem 20. April können Kunden wieder im Laden einkaufen.

„Manche Kunden bestellen immer noch, die meisten aber mit Ladenabholung“, erzählt Claudia Rohmann. „Nur die Kunden aus anderen Stadtbezirken lassen sich die Bücher liefern.“

„Es geht bergauf“

Die Kunden, die vor der Corona-Krise lieber im Laden gestöbert haben, als zu bestellen, kaufen nun auch wieder vor Ort ein, so die Buchhändlerin. „Es geht bergauf, wir sind zufrieden.“ Unter dem Online-Handel leide „Seitenreich“ also keineswegs.

Birgit Schachtsieck verzeichnet in ihrer Boutique „La Via“ in Mengede, Siegburgstraße 9, hingegen spürbar weniger Kunden als vor der Krise. „Ich glaube aber nicht, dass das damit zu tun hat, dass jetzt plötzlich alle bestellen“, sagt sie.

Zum einen habe sie viele ältere Kunden, die nicht vernetzt seien, zum anderen habe sie das Gefühl, dass die Sorge vor der Ansteckung bei vielen noch groß ist.

„Manche waren verunsichert, ob sie die Ware überhaupt anprobieren dürfen. Das ist aber laut dem Hygienekonzept erlaubt.“ Insgesamt sei sie froh, wieder öffnen zu dürfen. „Es sind auch viele Kunden wiedergekommen, die ihr Geld extra dafür gespart haben“, sagt Birgit Schachtsieck.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt