Kupferdiebe legen Baustelle lahm

DORTMUND Kupfer ist für Langfinger mittlerweile Gold wert. Denn durch Chinas Rohstoff-Hunger sind die Preise für das Metall explodiert. Folge: Kupferklau ist an der Tagesordnung, seit einigen Monaten schlagen die Diebe auch vermehrt in Dortmund zu.

von Von Achim Roggendorf

, 13.09.2007, 18:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polier Jens Bals mit einem schwarz ummantelten Kupferkabel.

Polier Jens Bals mit einem schwarz ummantelten Kupferkabel.

Jüngstes Beispiel: Die Bauunternehmung Derwald. Zweimal innerhalb weniger Wochen buddelten Unbekannte auf der Baustelle am Ostwall ein 120 Meter langes Kupferkabel aus. Einkaufswert: jeweils 1800 Euro. Firmenchef Falko Derwald muss nun nicht nur viel Geld ausgeben, um neues Material zu kaufen und es wieder einzubauen. Auch die Arbeit auf der Baustelle ruhte. „Das ist schon sehr ärgerlich, wenn wir wegen der Reparaturen nicht arbeiten können.“

Kupferdiebe, die ihre Beute meist an einen Schrotthändler verhökern, riskieren zuweilen ihr Leben, wie der erste Diebstahl des begehrten Metalls bei Derwald belegt. Mit einer Spitzhacke hatten sie versucht, das Kabel auszugraben – und dabei einen Stromausfall ausgelöst. Bei einer Stromstärke von 125 Ampere keine ungefährliche Sache. Derwald vermutet, dass der Arm des Täters wohl für einige Tage taub gewesen sein muss. Beim zweiten Mal waren die Diebe dann schlauer – und holten das Kabel mit einer speziellen Schere aus der Erde.

Videoüberwacht

Gegen so ein dreistes Vorgehen könne man sich kaum wehren, so Derwald. Gleichwohl hat auch er dazugelernt - und lässt bestimmte Bereiche auf Baustellen nun per Video oder von Sicherheitskräften überwachen. Der Polizei sind zuletzt eine ganze Reihe von Altmetall-Diebstählen gemeldet worden. „ Für uns ist das ein ernstes Thema geworden“, bestätigt ein Sprecher. Als Reaktion schickt die Polizei häufiger mal einen Streifenwagen oder Zivilbeamten an Baustellen vorbei. Dass der Kupferklau organisiert ist, daran glaubt man bei der Polizei aber nicht. „Wir gehen von Einzeltätern aus.“

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