Kuriose Absagen – Minister und Bahnchef kommen nicht zum Dortmunder Bahngipfel

mlzBahnstrecke Dortmund-Münster

Verkehrsminister Andreas Scheuer und Bahnchef Rirchard Lutz werden nicht zum nächsten Bahngipfel nach Dortmund kommen - mit bemerkenswerten Begründungen. Das Treffen findet trotzdem statt.

Dortmund

, 17.11.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verspätungen und Zugausfälle - die Bahn macht Pendlern zwischen Dortmund und Münster das Leben oft nicht leicht. Das Problem ist, dass die Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster auf einer Länge von 46 Kilometern nur eingleisig ist.

Schon seit Jahrzehnten kämpfen die Städte entlang der Strecke für den zweigleisigen Ausbau der Strecke. Bislang mit wenig Erfolg. Nur ein sechs Kilometer langes Teilstück zwischen Werne und Münster-Geist wurde bislang in die erste Kategorie des Investionsplans des Bundes aufgenommen.

Deshalb macht seit März 2019 ein „Bahnbündnis Westfalen“ Druck, dem sich neben den betroffenen Städten auch Kammern, Gewerkschaften und Verbände aus der Region angeschlossen haben.

Briefe nach Berlin

Beim letzten Treffen Ende August im Dortmunder Rathaus wurden Briefe an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bahn-Konzernchef Dr. Richard Lutz auf den Weg gebracht. Beide wurden zum nächsten Bahngipfel Anfang Dezember nach Dortmund eingeladen. Dort wolleman ihnen die Bedeutung der Bahnstrecke deutlich machen, hieß es.

Jetzt steht fest: Die Einladung wird nicht angenommen, allerdings nicht aus terminlichen Gründen. Mit Bahnchef Lutz habe es inzwischen ein durchaus konstruktives Gespräch gegeben, berichtete Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf Anfrage.

Aber es gab auch eine Absage für den Westfälischen Bahngipfel. Bei der Bahn gehe man davon aus, dass der Minister nicht nach Dortmund komme, weil man im Verkehrsministerium noch am Bahnkonzept unter dem Titel „Deutschland-Takt 2030“ arbeite. Deshalb könne auch die Bahnspitze nicht teilnehmen.

Schriftliche Absage

Die schriftliche Absage, die später von Staatssekretär Enak Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium kam, ist vor diesem Hintergrund durchaus kurios. Denn sie wird wiederum mit der Nicht-Teilnahme des Bahnvorstands begründet.

Stattfinden wird der westfälische Bahngipfel am 2. Dezember trotzdem, kündigt Sierau an. „Wir werden dabei unsere Forderung nach einem sofortigen Ausbau der Bahnstrecke erneuern“, erklärt der Oberbürgermeister.

Streckensperrung ab 6. Januar 2020

Auch darüber hinaus gibt es Gesprächsbedarf. Denn klar ist, dass die Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster wegen Reparaturarbeiten bei Capelle und Ascheberg vom 6. Januar bis 12. August 2020 gesperrt wird.

Dann sollen Busse den Bahnverkehr ersetzen. Das Bahnbündnis will sich im Interesse der Pendler dafür einsetzen, dass dies möglich reibungslos über die Bühne geht.

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