Sakerfalke Kyra ist ein sanftmütiger Vogel. © Walter Keller
Botanischer Garten

Kurioser Anblick: Drei Greifvögel flanieren durch den Rombergpark

Spaziergänger, die am Karfreitag am Café Orchidee im Rombergpark unterwegs waren, staunten, als sie in die Augen von drei Greifvögeln blickten. Ein Falke ließ sich sogar auf die Hand nehmen.

Die einen guckten irritiert und andere sehr interessiert, als sie beim Karfreitag-Spaziergang durch den Dortmunder Rombergpark plötzlich drei Greifvögel erblickten. Nicht etwa hoch oben in der Luft, sondern auf den Armen von Dr. Michael Kasperski und seiner Partnerin, die mit ihrem gefiederten Trio ebenfalls spazieren gingen.

Der Falkner aus Gelsenkirchen gönnte seinen Vögeln eine Abwechslung zur Voliere. Für Sakerfalke Kyra, Wüstenbussard Jesse und Rotschwanzbussard Vigo „ist Rausgehen spannend. Die Tiere wollen intellektuell beschäftigt werden“, erzählt Kasperski, der sonst Hochschullehrer für Bauingenieurwesen an der Ruhr-Universität Bochum ist.

Er komme etwa fünfmal im Jahr zum Vogel-Ausflug nach Dortmund, sogar regelmäßig an Heiligabend, erzählt er. Er selbst hatte hier 20 Jahre lang gelebt, bevor es ihn in die verbotene Stadt zog. Am Karfreitag wäre er fast nicht gefahren „wegen der Maskenpflicht im Rombergpark“.

Sakerfalke Kyra bleibt stundenlang auf dem Arm von Falkner Michael Kasperski sitzen.
Sakerfalke Kyra bleibt stundenlang auf dem Arm von Falkner Michael Kasperski sitzen. Das ist interessanter als in der Voliere. © Walter Keller © Walter Keller

Gewohnt, mit Menschen zu arbeiten

Dann hätte er aber einen Senioren um ein schönes Erlebnis gebracht. Der Mann kam mit seinem Rollator und in Begleitung aus dem Café Orchidee, als ihm Kasperski mit seinen Vögeln über den Weg lief. Kasperski ließ ihn Kyra auf die Hand nehmen. „Unsere Tiere sind es gewohnt, mit Menschen zu arbeiten“, sagt er, „sie haben das gelernt, sich mit Menschen zu arrangieren.“

Kyra (7) ist – so wie die Sakerfalken sind – ein ruhiger, sanftmütiger und nervenstarker Vogel, der sich eng an Menschen binden kann. Kasperski setzt seine Vögel niederschwellig für die Umweltpädagogik in Schulen ein sowie für

tiergestützte Aktivitäten und höherschwellig für tiergestützte Therapie etwa bei Autismus, Demenz und Depressionen.

„Ein Tier ist der Gesprächsöffner“, sagt er, „entsprechend werden unsere Vögel trainiert, Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen und tolerant zu sein, ohne dabei ihr eigentliches Wesen aufgeben zu müssen.“

Auch Wüstenbussard Jesse genoss den Spaziergang.
Auch Wüstenbussard Jesse genoss den Spaziergang. © Walter Keller © Walter Keller

Mit blauen Füßen geboren

Allerdings stößt die Toleranz auf Grenzen, wenn andere Spaziergänger im Rombergpark, wie an Karfreitag geschehen, ein Selfie mit Kasperskis majestätischen Vögeln machen wollen. „Das haben wir nicht so gern.“

Fast drei Stunden hat der Falkner seine Tiere durch den Park getragen. Fliegen lassen darf er sie nicht; denn sie würden versuchen, sich ein Beutetier zu krallen. „Das wäre Wilderei“, erläutert Kasperski, er habe in Dortmund kein Jagdrecht.

Aber er hat Humor, auch als Dortmunder in Gelsenkirchen: „Der schöne große Falke kommt mit blauen Füßen auf die Welt“, sagt er verschmitzt, „doch dann schaut er sich um – und färbt seine Füße schwarz-gelb.“ Ein Blick auf Kyras Krallen zeigt: stimmt.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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