Ein Kescher spielte eine wichtige Rolle beim Einsatz der Feuerwehr am Montagmorgen. © Markus Wüllner
Ungewöhnliche Amtshilfe

Kurioser Feuerwehr-Einsatz auf Dach des Dortmunder Polizeipräsidiums

Die Polizei Dortmund hat am Donnerstag die Feuerwehr zu einem sehr kuriosen Fall der Amtshilfe gerufen. Die Feuerwehrleute brauchten einen Kescher, eine doppelte Falle - und viel Kreativität.

Nicht jeder Lärm erfüllt gleich den Tatbestand einer Ruhestörung. Manchmal ist er auch ein guter Hinweis. So wurde die Dortmunder Polizei am Donnerstagmorgen (20.5) erst durch das Geschnatter einer Gänsefamilie auf den tierischen Besuch auf dem Vordach des Präsidiums an der Markgrafenstraße aufmerksam.

„Die haben ziemlich Palaver gemacht“, sagte Polizeisprecherin Kristina Purschke unserer Redaktion. Nicht ohne Grund. Denn die Gänsefamilie – bestehend aus zwei Küken und ihren Eltern – war in Not, erklärte Purschke. „Die Küken waren offenbar noch nicht bereit zu fliegen.“ Auch die Futtersituation war im Bereich des Präsidiums natürlich nicht optimal.

Die brütenden Gänse hatten die Polizisten zunächst nicht bemerkt. „Der Ort, an dem sie gebrütet haben, war nicht ohne Weiteres einsehbar“, so Purschke.

Gänsefamilie in Not

Wegen des Gänsenotfalls rief die Polizei deshalb bei den Kollegen der Feuerwehr an, die sich über die Wahl des Brutplatzes auf dem Vordach des Präsidiums nur wundern konnten. „Wie die dahingekommen sind, weiß keiner“, so Feuerwehrsprecher André Lüddecke.

Die Einsatzkräfte kletterten sogleich auf das Vordach und konnten zumindest die Küken auch direkt einfangen. Mehr Probleme gab es hingegen bei den Eltern. „Die sind erstmal abgehauen“, so Lüddecke.

Eltern fliegen zunächst davon

Doch die Feuerwehrmänner hatten noch einen Trick auf Lager. Sie stellten die Box mit dem Gänsenachwuchs in den Innenhof und warteten. Prompt hätten die Küken auf sich aufmerksam gemacht und ihre Eltern damit zumindest in die Nähe der Box gelockt.

„Dann haben die Kollegen einen etwas größeren Rollwagen genommen und die kleinere Box in den Wagen gestellt“, erklärt Lüddecke. Damit war es aber noch nicht getan, da nur das Weibchen in den doppelten Käfig geklettert sei.

Mit der Taktik „doppelter Käfig“ gelang es am Ende, die gesamte Gänsefamilie einzufangen. © Markus Wüllner © Markus Wüllner

In der Transportbox vereint

Der Gänsepapa sei hingegen in einer Verteidigungshaltung um den Rollwagen herumgelaufen. Erst mit einem Kescher konnten die Feuerwehrleute den Gänserich einfangen und die kleine Familie in der Transportbox wieder zusammenführen.

Nach dem langen Hin und Her konnte Pressesprecher André Lüddecke immerhin von einem guten Ende des knapp eineinhalbstündigen Einsatzes berichten. „Im mitgeführten Tiertransportfahrzeug ging es für die Tiere nach Wischlingen. Dort wurden sie dann ausgesetzt.“

Geht es nach Polizeisprecherin Kristina Purschke, soll es am besten keine zweite Begegnung mit der jungen Gänsefamilie geben: „Hoffentlich finden sie einen besseren Nistplatz als unser Dach.“

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Freier Mitarbeiter
Geboren in Ulm, aufgewachsen im Allgäu, angekommen im Ruhrgebiet schreibe ich über alles, was die Menschen in Dortmund und Umgebung umtreibt.
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