KZ-Parole am Gedenkstein für NSU-Opfer Mehmet Kubasik in Dortmund

mlzStele aufgebaut

An einem der politisch brisantesten Orte Dortmunds gab es am Montagabend einen außergewöhnlichen Polizeieinsatz. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines geschmacklosen Bauwerks.

Dortmund

, 03.02.2020, 21:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Staatsschutz ermittelt, nachdem am Montag (3.2.) eine Art Stele am Gedenkstein für NSU-Opfer Mehmet Kubasik zu sehen war. Die Polizei ist gegen 18 Uhr an die Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt gerufen worden. An dieser Stelle erinnert eine Steintafel im Boden an den Kioskbesitzer Kubasik, der im Jahr 2006 durch Rechtsextremisten ermordet wurde.

Direkt daneben standen am Montagabend Pflastersteine zu einer Art Stele aufeinandergestapelt. Sie waren angesprüht mit gelber, weißer und roter Farbe. Auf den Seiten war spiegelverkehrt zu lesen „Jedem das Seine“. Dieser Spruch war am Tor des Konzentrationslagers Buchenwald angebracht.

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Oben auf den Pflastersteinen stand außerdem „6 Mio.“ - etwa so viele Juden sind von den Nationalsozialisten während des Holocausts ermordet worden. Daneben stand der Begriff Sebulon, das war vor fast 3000 Jahren ein Stamm im heutigen Staatsgebiet Israels.

„Die Bedeutung der Schmiererei ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Jörg Tönjann von der Polizei Dortmund. Am Abend sei noch nicht bekannt gewesen, wie lange das Objekt schon an der Stelle neben dem Gedenkstein stand. Anwohner haben die Polizei informiert, die nach der Beweissicherung das Objekt entfernen ließ.

Am Dienstag (4.2.) gab es neue Erkenntnisse:

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