Ladekabel in der Steckdose verursacht Großbrand: So können Sie sich schützen

mlzDachstuhlbrand

Der Dachstuhlbrand an Neujahr hat große Betroffenheit ausgelöst. Die Ursache, ein in Brand geratenes Ladekabel, sorgt bei Handy-Besitzern für Verunsicherung. Ein Experte klärt auf.

Lütgendortmund

, 06.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Neujahr verlor eine vierköpfige Familie durch einen Dachstuhlbrand ihr Zuhause: Viele Menschen sind betroffen und nehmen großen Anteil am Schicksal des Lütgendortmunder Ehepaars und seiner beiden Kindern. Das zeigen Leserreaktionen, die diese Redaktion erreichen, genauso wie Kommentare in den sozialen Netzwerken.

Die Brandursache, ein überhitztes Ladekabel in der Steckdose, sorgt zusätzlich für Betroffenheit: „Vor allem die Brandursache hat mich erschüttert, denn auch unsere Familie und unsere Bekannten laden über Nacht ihre Handys unbeaufsichtigt auf“, schreibt ein Leser.

„Wie kann ein Ladekabel in einer Steckdose in Brand geraten?“

„Wie kann ein Ladekabel in einer Steckdose in Brand geraten?“, fragt er. Und weiter: „Muss bei den Besitzern von Handys ein Umdenken erfolgen?“

Details zur Brandursache nennt die Polizei nicht. „Ein technischer Defekt an einem eingestöpselten Ladekabel“, so steht es im Polizeibericht. Ob ein Handy angeschlossen war, ist der Redaktion nicht bekannt. „Grundsätzlich gilt: Netzgeräte gehören nicht ohne Telefon in Steckdosen, und ein Handy sollte nicht ohne Aufsicht aufgeladen werden“, so ein Feuerwehr-Sprecher.

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Wir haben die Fragen der besorgten Handy-Besitzer außerdem an Karl-Heinz Sprigade weitergeleitet, der als Brandinspektor und Brandschutzerzieher der Feuerwehr Unterweisungen und Services zur Brandprävention anbietet.

Ladekabel in der Steckdose verursacht Großbrand: So können Sie sich schützen

Karl-Heinz Sprigade ist Brandschutzexperte. Er bietet auch Kindergeburtstage rund um das Thema Feuerwehr und Brandprävention an. © (A) Stephan Schütze

Häufig, sagt der Brandschutz-Experte, stünden Handy-Brände in Zusammenhang mit dem Akku. Dennoch gibt er Entwarnung: Handy-Besitzer könnten ihre Smartphones auch weiterhin unbedenklich aufladen, auch in der Nacht – sofern sie einige wichtige Regeln beachten.

„Tipps für den Umgang mit Lithium Akkus“

Diese hat Karl-Heinz Sprigade auf seiner Homepage Brandschutz Dortmund unter der Rubrik „Tipps für den Umgang mit Lithium Akkus“ zusammengefasst. Mit seinem Einverständnis dürfen wir sie hier abdrucken:

  • Immer die Anschlusskabel für Akkus benutzen, die vom Hersteller geliefert wurden
  • Wenn andere Kabel verwendet werden, auf die gleiche Spannung achten
  • Ladevorgang nach Möglichkeit nicht aus den Augen lassen und auf feuerfeste Unterlagen stellen
  • Wenn eine Beobachtung nicht möglich ist, Rauchwarnmelder als Früherkennung einsetzen
  • Keine Gewalteinwirkung auf Akkus ausüben.
  • Sollte ein Handy herunterfallen, sollte es geprüft oder eine Schutzhülle gegen Stöße verwendet werden
  • Keine Akkus als Dauerladestation benutzen, außer die Haustelefone
  • Keine Lösungen aus dem Internet verwenden (Starthilfe-Batterieladestation etc.)
  • Akkus nicht der direkten Sonnenstrahlung aussetzen

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