Immer mehr Menschen sind geimpft und benötigen deswegen keine Schnelltests mehr. Trotzdem war dieses Testzentrum an der Kampstraße am Montag (6.9.) gut besucht. © Wilco Ruhland
Corona-Pandemie

Lange Schlange vor Teststation: Wofür brauchen Dortmunder noch Schnelltests?

Für den Besuch von Clubs und Hochzeiten ist seit Ende August ein PCR-Test nötig. Manche hatten das Aus für Schnelltest-Zentren befürchtet. Nun sind in Dortmund wieder Schlangen zu beobachten.

Knapp 30 Menschen stehen in einer Schlange, nehmen die komplette Breite der Straße ein. Trotz langer Wartezeit geht niemand früher. Und das, obwohl die meisten bestimmt in Eile sind und zur Arbeit oder Schule müssen. Schließlich ist es Montagmorgen (6.9.).

Dieses Bild zeigte sich an der Kampstraße gegen neun Uhr. Diese Menschen warteten weder auf den Verkaufsstart eines neuen iPhones, noch wollten sie sich stark nachgefragte Konzerttickets sichern. Sie standen in der Schlange vor der CoCare-Schnelltest-Station und ließen sich auf Corona testen.

Knapp 62 Prozent aller Dortmunder vollständig geimpft

Dabei sollte man meinen, dass die Nachfrage für Corona-Schnelltests sinken sollte. Nach Angaben der Stadt sind in Dortmund 372.502 Menschen vollständig geimpft (Stand: 7.9.). Das sind 61,8 Prozent aller Dortmunder.

Vollständig Geimpfte und Genesene brauchen keine Schnelltests mehr, weil Immunisierte von der Testpflicht befreit sind. Das wirft die Fragen auf: Wie viele Dortmunder lassen sich weiter testen? Und wofür braucht man die Schnelltests überhaupt?

Testzahlen entwickeln sich unterschiedlich

Die Antworten verschiedener Anbieter gegenüber unserer Redaktion gehen auseinander. Eine Mitarbeiterin der besagten CoCare-Station an der Kampstraße stellt fest, es würden sich immer noch viele Dortmunder schnelltesten lassen. „Montagmorgens testen wir in zwei Stunden einhundert Leute“, sagt sie

Ähnliches berichtet Vladyslav Dotsenko von der Teststation im Tanzstudio InDance im Brückstraßenviertel. Dort können sich Dortmunder per Spucktest testen lassen. Das führe dazu, dass viele Kinder dorthin kämen. Die Testzahlen seien ähnlich hoch wie in der Höchstzeit im Mai und Juni.

Anders sieht es beim Covidzentrum im Konzerthaus aus. Leiter Konrad Kieltsch meint, gegenüber der Höchstzeit seien die Testzahlen um zwei Drittel gesunken. Gesunken seien die Zahlen auch bei der Teststation im TOP Tagungszentrum an der Emil-Figge-Straße, bestätigt eine Mitarbeiterin auf Anfrage – vor allem seit dem Ende der Sommerferien.

Wofür braucht man Schnelltests?

Laut der am 20. August in Kraft getretenen Coronaschutzverordnung des Landes NRW benötigen Menschen, die nicht vollständig geimpft oder genesenen sind, in folgenden Bereichen einen negativen Schnelltest-Nachweis, der nicht älter ist als 48 Stunden:

  • Veranstaltungen, Sport und Gastronomie in Innenräumen,
  • körpernahe Dienstleistungen wie zum Beispiel beim Friseur-Besuch,
  • Beherbergung und
  • Großveranstaltungen im Freien ab 2500 Personen.

In diesen Bereichen gilt die 3G-Regel, wenn die Inzidenz des Landes oder Kreises über 35 liegt. Unabhängig von der Inzidenz gilt die Testpflicht für Nicht-Immunisierte bei der Einreise nach Deutschland und beim Betreten von Einrichtungen vulnerabler Personengruppen, beispielsweise Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen.

Noch bis zum 11. Oktober sind Antigen- beziehungsweise Bürgertests kostenfrei. Danach müssen Ungeimpfte die Tests selber bezahlen. Ausnahmen gibt es für Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine Impfempfehlung gibt.

Wofür ist ein PCR-Test nötig?

Die Coronaschutzverordnung sieht vor, dass Schnelltests für Bereiche „mit besonders hohem Risiko für Mehrfachansteckungen“ nicht ausreichen. Dazu zählen der Besuch von Clubs, Diskotheken und privaten Veranstaltungen mit Tanz (wie Hochzeiten) sowie sexuelle Dienstleistungen wie beim Bordell-Besuch.

In diesen Bereichen müssen Nicht-Immunisierte einen maximal 48 Stunden alten PCR-Test vorlegen. Dieser Aufwand ist deutlich größer als bei Schnelltests. Auf das PCR-Testergebnis wartet man in der Regel 24 bis 48 Stunden.

Wird der PCR-Test nicht durch einen Arzt oder das Gesundheitsamt veranlasst, zum Beispiel beim Auftreten von Covid-Symptomen, muss er aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Preise für so einen Wunsch-PCR-Test variieren zwischen 35 und 120 Euro.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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