Wasserskorpion lauert in einem Bach im Dortmunder Norden

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Er lähmt seine Opfer und saugt sie ganz langsam aus: Der Wasserskorpion ist im Lüserbach in Dortmund zu Hause. Auffällig sind seine klappmesserartigen Vorderbeine.

Lanstrop

, 13.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leise und still lauert er zwischen Wasserpflanzen – jederzeit bereit, ein ahnungsloses Opfer zu ergreifen. Sein schlammgrauer Panzer bietet dem Wasserskorpion auch im Lüserbach im äußersten Dortmunder Norden auf der Grenze zu Lünen die perfekte Tarnung.

Aus seinen klappmesserartigen Vorderbeinen gibt es für Wasserflöhe, Larven oder Kaulquappen kein Entkommen. Mit seinem kurzen, kräftigen Rüssel lähmt der „Lauerjäger“ seine Beutetiere durch einen Stich, bevor er sie langsam aussaugt. Der Wasserskorpion braucht eine vielfältige Sohlstruktur des Gewässers. Der Lippeverband hat ihn zum Bewohner des Monats Dezember erkoren.

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Aussehen wie ein Skorpion

Die Erscheinung des 17 bis 25 Millimeter langen Insekts, das zur Gattung der Wasserwanzen gehört, erinnert ganz eindeutig an einen Skorpion. Neben seinen langen, kräftigen Raubbeinen fällt auch sein Atemrohr am Hinterleib ins Auge.

Es ist halb so lang wie der gesamte Körper und sieht wie ein auffälliger Stachel aus. Durch diesen „Schnorchel“ versorgt sich der Wasserskorpion jedoch mit Sauerstoff von der Wasseroberfläche, während sein flacher Körper im Schlamm eingegraben ist.

Dr. Thomas Korte, Simone Pigage-Göhler und Sylvia Mählmann vom Lippeverband bei der Probennahme am Gewässer (v.l.).

Dr. Thomas Korte, Simone Pigage-Göhler und Sylvia Mählmann vom Lippeverband bei der Probennahme am Gewässer (v.l.). © Klaus Baumers

„Der Wasserskorpion kann einige Jahre alt werden und hat zum Überwintern eine perfekte Strategie entwickelt: Sobald es deutlich kälter wird, sucht er Schutz zwischen Wasserpflanzen, unter Steinen oder am Schlammgrund. Den benötigten Luftvorrat speichert er solange unter seinen abgespreizten Flügeldecken“, erklärt Sylvia Mählmann, biologisch-technische Assistentin beim Lippeverband.

Da das kalte Wasser mehr Sauerstoff enthält und der Stoffwechsel des Wasserskorpions bei kalten Temperaturen herunterfährt, kommt er auch unter einer Eisdecke sehr gut zurecht. Im Sommer nutzt er seinen Luftvorrat übrigens wie eine Schwimmweste zum Schwimmen an der Wasseroberfläche.

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Wasserskorpion bevorzugt langsam fließende Gewässer

Als Lebensraum bevorzugt der Wasserskorpion langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs und schlammigem Boden. Der gesamte Lebenszyklus findet im Wasser statt.

„Sind die Gewässer mit Sohlschalen verbaut und begradigt, hat der Wasserskorpion deshalb keine Chance“, so die Lippeverbands-Mitarbeiterin Sylvia Mählmann. „Daher profitiert er von jeder Uferentfesselung und Renaturierung – vor allem wenn sich kleine, flache Auengewässer am Rand entwickeln.“

Der Wasserskorpion: Aus seinen klappmesserartigen Vorderbeinen gibt es für Wasserflöhe, Larven oder Kaulquappen kein Entkommen.

Der Wasserskorpion: Aus seinen klappmesserartigen Vorderbeinen gibt es für Wasserflöhe, Larven oder Kaulquappen kein Entkommen. © Team Labor / EGLV

Auf Partnersuche begeben sich die Wasserskorpione im Frühjahr. Die Weibchen legen bis zu 30 Eier und je nach Wassertemperatur schlüpft der Nachwuchs zwischen Mai und Juni. Auch die Junglarven tragen bereits einen kurzen „Schnorchel“. Über den Sommer hinweg entwickeln sich die erwachsenen Tiere.

Für den Menschen stellt der Wasserskorpion keine Gefahr dar.

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