Lanstrop nimmt Abschied von der Friedenskirche: So geht es für die Gemeinde weiter

mlzAbriss in Lanstrop

Die Friedenskirche wird abgerissen, das ist beschlossene Sache. Am Sonntag nahmen die Lanstroper Abschied von dem Gebäude. Doch die Gemeindearbeit soll dennoch weitergehen.

Lanstrop

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Sommerfest feiern die Mitglieder der evangelischen Kirche in Lanstrop regelmäßig zu Beginn der Sommerferien. Doch dieses Mal war es etwas besonderes: Es war zugleich der Abschied von der Friedenskirche und dem Gemeindehaus. Beides soll in den kommenden Monaten aufgrund sinkender Mitgliederzahlen abgerissen werden.

„Wehmütig, aber schön“

„Das war ein wehmütiger, aber schöner Tag“, sagt Pfarrer Rainer Engbert am Dienstag. Gemeinsam hatten die Lanstroper bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen geschwelgt und an die alten Zeiten gedacht. Viele der 1300 Gemeindemitglieder waren ein letztes Mal in die Friedenskirche gekommen.

Lanstrop nimmt Abschied von der Friedenskirche: So geht es für die Gemeinde weiter

Bei Kaffee und Kuchen wurde in Erinnerungen geschwelgt. © Schaper

Auch in den sozialen Medien ist die Trauer über das Ende der Friedenskirche groß. „Ein Dorf ohne Kirchen ist kein Dorf mehr“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Auch eine weitere Nutzerin hätte das Gebäude gerne weiter an der Färberstraße gesehen: „Ich finde es auch total traurig, weil auch viele Erinnerungen mit dabei sind.“

Erinnerungen an die Anfänge

Einige der Gemeindemitglieder konnten sich sogar an die Anfänge der Friedenskirche erinnern, berichtet der Pfarrer: „Es gibt ein paar Gemeindemitglieder, die beim Aufbau der Kirche mitgeholfen haben. Für die ist dieser Abschied natürlich besonders traurig.“ Die Gemeinde ist erst 1963 entstanden, 1971 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt.

Lanstrop nimmt Abschied von der Friedenskirche: So geht es für die Gemeinde weiter

Viele der 1.300 Gemeindemitglieder waren zum Abschied der Friedenskirche gekommen. © Schaper

Aber auch Reiner Engbert blickt wehmütig auf die Zeit an der Färberstraße zurück. „Diese Kirche hier, mit der Ausstattung, war eine Besonderheit. Das wird man auf jeden Fall vermissen“, sagt er. Aber das Ende der Kirche soll nicht gleichzeitig das Ende der Gemeinde bedeuten.

Übergangszeit in der katholischen Kirche

„Die katholische Kirche war so hilfsbereit, dass wir dort in der Übergangszeit unterkommen können“, erklärt der Pfarrer. So will er, dann in neuen Räumen, trotzdem weiter Gottesdienste halten. Alle 14 Tage sonntags um 9.30 Uhr sollen diese stattfinden. Die katholische Kirche schließt sich um 11 Uhr an. „Wir wollen mal sehen, wie sich die beiden Gemeinden mischen“, sagt Reiner Engbert.

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Die Gottesdienste in der katholischen Kirche sollen aber nur eine Übergangslösung sein. Nach dem Abriss von Kirche und Gemeindezentrum soll auf dem Gelände an der Färberstraße zwar in erster Linie ein Kindergarten entstehen. Allerdings soll dort in einem zusätzlichen Raum auch Platz für die Gemeindearbeit sein. Eine neue Kirche wird es nicht geben.

Natürlich sei dann alles auf einem ganz anderen Level als momentan, erklärt der Pfarrer: „Wir müssen uns erstmal neu aufstellen und unsere Arbeit neu organisieren.“ Bis dahin wird jedoch noch einige Zeit ins Land gehen: Reiner Engbert rechnet nicht vor Mitte kommenden Jahres mit einem Einzug in das neue Gebäude.

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