Ignoranz und Regelverstöße gefährden Lebensräume am Lanstroper See

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Der Lanstroper See ist Heimat zahlreicher, teils seltener Tiere und Pflanzen. Menschen bedrohen diesen Lebensraum, verlassen die Wege, grillen. Das Umweltamt warnt vor ignorantem Verhalten.

Lanstrop

, 03.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lanstroper See ist eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete Dortmunds. Die sich kleinräumig abwechselnden Wiesen, Röhrichte, Hochstaudenfluren, Hecken und Waldbereiche sowie die Gewässer bieten zahlreichen, auch seltenen und störungsempfindlichen Tieren und Pflanzen Lebensraum und Schutz.

„Vor allem Wasservögel, Amphibien und Libellen fühlen sich hier draußen in der Ruhe außerhalb der Stadt sehr wohl. Vogelarten, die unsere Breiten nur im Sommer aufsuchen und im Winter nach Süden ziehen, kommen jedes Jahr wieder an den Lanstroper See zum Brüten“, sagt Uwe Rath, Leiter des Umweltamtes der Stadt Dortmund.

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Leider sei es mit der Ruhe zwischendurch vorbei. „Viele Menschen haben bei dem schönen Wetter in den vergangenen Wochen lärmend, planschend oder grillend den Lebensraum übernommen. Verständlich, dass alle raus wollen bei schönem Wetter und in Zeiten der Corona-Pandemie, in welcher vielen Menschen gefühlt die Decke auf den Kopf fällt. Aber auch in Ausnahmezeiten wie aktuell gelten bestimmte ‚Spielregeln‘, besonders in den geschützten Gebieten“, so Rath.

So sollten Menschen und ihre Haustiere in Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben. Alles andere füge der heimischen Natur immensen Schaden zu und mache jahrelange Bemühungen um die Entwicklung der wertvollen Naturräume zunichte.

Elterntiere könnten das Gebiet im schlimmsten Fall meiden

Rehe im Wald oder gar mit Kitzen in der Feldflur geraten in Panik, wenn Hunde sie aufstöbern. Weibliche Muttertiere halten sich von ihren Kitzen fern und füttern sie nicht, wenn sie Gefahr wahrnehmen. Das könne dazu führen, dass Rehkitze verhungern.

In den Naturräumen des Lanstroper Sees leben und nisten zahlreiche, auch seltene und störungsempfindliche Tiere.

In den Naturräumen des Lanstroper Sees leben und nisten zahlreiche, auch seltene und störungsempfindliche Tiere. © Oliver Schaper

Ähnlich ergehe es den Küken von Vogelarten, die in Bodennähe brüten. Der Leiter des Umweltamtes erklärt: „Werden die Elterntiere aufgescheucht, kühlen die Eier im Nest aus, bereits geschlüpfte Küken verhungern. Die Elterntiere merken sich, dass an dieser Stelle kein Bruterfolg möglich ist – und meiden das Gebiet künftig.“

Beim Baden von Hunden könne Amphibienlaich aus den Gewässern gezogen werden. Nicht nur, dass dann weniger oder vielleicht gar keine Jungtiere groß werden, es können auch Krankheiten von Gewässer zu Gewässer transportiert werden. Auch durch das Verschleppen von Krankheitskeimen an Schuhen bestehe diese Gefahr.

„Zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt müssen wir unsere heimischen Lebensräume mit den dort vorkommenden Tieren und Pflanzen schützen“, so Rath. Das Umweltamt bittet daher: „Bitte bleiben Sie und Ihr Vierbeiner in Naturschutzgebieten auf den Wegen. Damit ist mehr erreicht, als Sie vielleicht dachten.“

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