Schon seit vielen Jahren ist die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Westenhellweg so spärlich, wie sie ist. © Grafik Klose
Meinung

Lasst die Stadt in diesem Advent nicht zu Dunkel-Dortmund werden!

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt – Dortmund kriegt die Weihnachtsbeleuchtung in der City nicht auf die Lichterkette. Das ist traurig, nicht nur für den Einzelhandel, meint unsere Autorin.

Dortmund rühmt sich gern als Vorreiter auf vielen Gebieten. Doch was den Lichterglanz in diesem Jahr zur Weihnachtszeit betrifft, ist Dortmund kein leuchtendes Beispiel, sondern eine traurige Funzel. Corona hat der Stadt das Adventslicht ausgeknipst.

Sonst sind es die Schausteller, die mit dem Weihnachtsmarkt und dem größten Weihnachtsbaum der Welt die City zum Strahlen bringen. Sie haben in den letzten Jahren für rund 50 Prozent der stimmungsvollen Weihnachtsbeleuchtung in der City gesorgt: auf der Kleppingstraße, rund um die Weihnachtsmarktstände, an den City-Kirchen und auf der Katharinentreppe.

Dass die Schausteller in diesem Jahr nach der Absage des Weihnachtsmarktes andere Sorgen und nicht mehr die finanziellen Mittel haben, ist mehr als verständlich. Vom Einzelhandel der Innenstadt allerdings, der wie die Schausteller von einer warmen festlichen Atmosphäre profitiert, ist schon in den letzten Jahren nicht viel gekommen. Es brauchte Corona, um dieses fehlende Engagement zu beleuchten. Die Nebenzentren brillieren mit mehr vorweihnachtlicher Leuchtkraft als die City.

Andere Städte machen es vor

Einziger Lichtblick ist neben dem Hauptbahnhof das Vehoff-Haus, das von den Eigentümern selbst auch in diesem Jahr mit einem eindrucksvollen Lichtervorhang geschmückt wurde.

Die Absage des Weihnachtsmarktes wegen Corona lässt sich aus den bekannten Gründen nachvollziehen. Der vorzeitige Abbau der Riesentanne ist vergossene Milch. Doch Stadt und Cityring hätten sich zeitig Gedanken machen müssen, wie man auf andere Weise die Attraktivität der Innenstadt erhöht und mit kleinen Anreizen Menschen in Maßen auf die Einkaufsmeile lockt. Nur auf Amazon zu schimpfen, ist zu kurz gesprungen. Mit der einfach hingenommenen Tristesse treibt man noch mehr Kunden in die Arme der Versandkrake.

Wie man mit Licht das Weihnachtsgeschäft anknipst, machen andere Städte vor. Dort kaufen auch Menschen bei Amazon, das hält aber die Händler, Marketinggesellschaften und Stadtwerke nicht davon ab, gemeinsam Licht ins Dunkel der kalten Jahreszeit zu bringen und Freude in schwierigen Zeiten zu vermitteln.

Gegen Verödung der City

Um zu sehen, wie das geht, muss man gar nicht weit schauen. Etwa nach Essen mit seinen traditionellen Lichtwochen. Eine bezaubernde Beleuchtung mit strahlenden Kometen, Riesen-Bällen, Trompeten-Engeln und Rentieren schafft glanzvolle Momente und lässt corona-konform die Augen der Menschen vor Freude funkeln.

In Münsters Innenstadt sorgen 50 Bäume, mit grünem Strom beleuchtet, für klimaneutralen weihnachtlichen Glanz. In Waltrop organisiert das Stadtmarketing die tannenförmige Beleuchtung der Innenstadt.

Nimmt die Stadt Dortmund die Warnung vor der Verödung der City ernst, muss sie auch die Weihnachtsbeleuchtung als ein Gegenmittel auf der Karte haben. Die alte Illumination über dem Westenhellweg mit spärlichen Girlanden und einer Kugel in der Mitte sieht im Vergleich zu den Einkaufsmeilen in anderen Städten ärmlich aus. Das kann doch nicht der Anspruch der viel zitierten Einkaufsstadt Dortmund sein.

Keine Zauberei

Es wäre schon ein Signal, wenn die Einzelhändler und Filialen in der Fußgängerzone vor ihren Geschäften platzierte Weihnachtsbäume festlich schmücken würden. Wenn schon nicht der Cityring, so hätte die Industrie- und Handelskammer einen entsprechenden Aufruf starten können.

Die Stadt könnte zumindest ihre Gebäude stimmungsvoll mit weihnachtlichen Motiven und gesponsertem Strom der DEW anstrahlen. Es gibt heute viele Möglichkeiten einer Weihnachtsbeleuchtung, die sich mit einfachen Mitteln umsetzen lässt.

Wenn sich die Beteiligten nicht mehr in diesem Jahr dazu aufraffen können, sollte ihnen zumindest für nächstes Jahr ein Licht aufgehen. Weihnachtszauber ist keine Zauberei.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.