Lebensgefahr durch Chaos am Freibad Deusen? Schwerkranker schreibt Brandbrief an Polizei

mlzFreibad Hardenberg

Auf’s Übelste beschimpft wurde ein schwerkranker Deusener von Freibad-Gästen, als er sie auf‘s Halteverbot aufmerksam machte. Jetzt schrieb er dem Polizeipräsidenten einen gepfefferten Brief.

Deusen

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Josef Lipke ist 85 Jahre alt und leidet unter einer schweren Lungenkrankheit. Zusätzlich krank macht den Deusener das alljährliche Verkehrs- und Parkchaos rund um das Freibad Hardenberg. Und das will der Senior nicht länger hinnehmen. Deshalb schrieb er dem Dortmunder Polizeipräsidenten einen gepfefferten Brief und schickte drei Beweis-Fotos mit.

Konkret bezieht sich Lipke auf eine Situation, als er unter Zeugen 13 Dienstwagen zählte, die zu einem Einsatz ins Freibad gekommen waren: „Kein Rettungswagen, keine private Anfahrt, keine Rückkehr von der Arbeit, keine Bewegungsmöglichkeit für uns Anwohner ist mehr möglich. Ich bin 85 Jahre alt, COPD-krank und muss immer bereit sein, einen Notarzt empfangen zu können. Das ist hier nicht möglich! Hier wohnen in der Straße viel ältere Nachbarn, die auch zu jeder Zeit Hilfe bekommen müssen oder können.“

Lebensgefahr durch Chaos am Freibad Deusen? Schwerkranker schreibt Brandbrief an Polizei

Dieses ist das zweite Foto, das Josef Lipke dem Polizeipräsidenten geschickt hat und die verheerende Park- und Verkehrslage vor seiner Haustür zeigt. © privat

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„Warum sind Ihre Polizeibeamte nicht tätig geworden?“

Für Josef Lipke ist das Verhalten der Polizei nicht nachvollziehbar: „Warum sind Ihre Polizeibeamten nicht tätig geworden? Die Ausrede ‚Wir sind für den ruhenden Verkehr nicht zuständig‘ gilt aber nicht im Notfall! Oder? Wenn Fahrzeuge auf dem Rettungsweg stehen, ist das ein Notfall! Was muss alles erst passieren, damit endlich im Badweg die Verkehrslage zufriedenstellend geklärt wird? Ich sende Ihnen die Bilder mit der Bitte, alles in Ihrer Macht liegende zu tun, um uns zu helfen.“

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Und noch ein Foto vom Verkehrschaos: mittendrin einige Polizeiwagen und ein rot markiertes Schild, das auf den Rettungsweg hinweist. © privat

Kein gutes Haar lässt Josef Lipke zudem an der Stadt: „Die Stadt Dortmund tut nichts, aber rein gar nichts, um dieses Dilemma zu lösen. Es war schon vor vielen Jahren angedacht, Einbahnverkehr einzurichten, nichts ist geschehen, im Gegenteil, alles wird schlimmer. Der Verkehr hat zugenommen, das Personal vom Schwimmbad kümmert sich nicht wie früher um die Parksituation. Jeder parkt, wo er will, im absoluten Halteverbot, unter dem Rettungsschild, im Wendehammer usw.“

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„Was willst du blöder Opa denn, mache die Tür zu und hau ab!“

Erschreckend sind Lipkes Schilderungen über die Reaktionen von Badegästen: „Wir Anwohner können es nicht mehr wagen, freundliche Hinweise zu geben und zu sagen: ,Bitte nicht dort parken - dort ist Halteverbot‘. Ich kann kaum beschreiben, was wir hier schon alles erlebt haben, von ,Halt deine Fresse‘ bis ,Kümmer dich um deine Scheiße, geht dich nichts an, was willst du blöder Opa denn, mache die Tür zu und hau ab!‘ Es geht bis zu körperlichen Drohungen.“

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Josef Lipke will nicht locker lassen: „Die Bilder und eine Kopie diese Schreibens gehen an die Stadt. Wenn ich keine vernünftige Antwort erhalte und keine Besserung vorgenommen wird, wende ich mich um Hilfe an den Innenminister Reul und an den Regierungspräsidenten in Arnsberg. Wenn alle Stricke reißen, muss eine einstweilige Verfügung beantragt werden.“

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