Lebenslange Haft für Mord an Musikkritikerin

Drama in der Kulturszene

Beliebt, geachtet und hoch geschätzt: Im Oktober 2011 wurde die 80-jährige Dortmunder Musikkritikerin Dr. Sonja Müller-Eisold jäh aus dem Leben gerissen. Für das Schwurgericht steht fest: Es war Mord. Der Täter wurde am Freitagnachmittag zu lebenslanger Haft verurteilt.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 10.05.2013, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

 Die Richter sind davon überzeugt, dass Martin B. aus Geldnot zum Mörder wurde. Am Tattag soll er die Seniorin mit dem Bolzen einer Pistolen-Armbrust beschossen haben, um von ihr die Herausgabe der EC-Karte samt Geheimnummer zu erpressen. Nach der Tat waren tatsächlich hohe Geldbeträge vom Konto des Opfers abgehoben worden – außer an den Tagen, an denen der Angeklagte mit seiner Familie an der Nordsee war. Die Bilder der Überwachungskameras waren allerdings nicht eindeutig.

 Die 80-jährige Dortmunderin war damals nicht an den unmittelbaren Verletzungsfolgen verstorben, sondern an schweren Herzrhythmusstörungen, die von diesen ausgelöst worden waren.Martin B. weist die strafrechtliche Verantwortung für den Tod der alten Dame jedoch weiter zurück. Die strafrechtliche, wohl gemerkt.

Im Verlaufe der zehnmonatigen Verhandlung hat der 50-Jährige immerhin nach und nach eingeräumt, am fraglichen Tag tatsächlich am Haus der Seniorin gewesen zu sein. Und ja, er habe sich auch mit der alten Dame gestritten und dabei letztendlich sogar einen Schlüssel in die Hand genommen und ihr damit einen Schlag versetzt. Aber dass er den Tod der Journalistin dabei billigend in Kauf genommen habe, das stimme einfach nicht.

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