Seit September 2017 steht der Hannibal in Dorstfeld leer. Jetzt hat er einen neuen Eigentümer. © Hans Blossey
Besitzerwechsel

Leerstehender Hannibal in Dorstfeld hat einen neuen Eigentümer

Der vor Jahren wegen Baumängeln geräumte Hochhaus-Komplex Hannibal II in Dorstfeld ist verkauft. Das teilte der Ex-Eigentümer Lianeo mit. Der neue Besitzer ist in Dortmund kein Unbekannter.

Die Geschichte des Hochhauses Hannibal II in Dorstfeld ist um eine weitere Wendung reicher. Der bisherige Eigentümer Lianeo teilte am Montagnachmittag (22.2.) überraschend mit, dass er den leerstehenden Wohnkomplex verkauft hat. Neue Eigentümerin ist die Forte-Gruppe mit Sitz in Frankfurt.

Die zweitwichtigste Nachricht nach dem Eigentümerwechsel ist, dass der neue Hausherr die von Lianeo vorgeplante Sanierung des Hochhaus-Komplexes umsetzen will.

Leerstand seit September 2017

Es ist eine gewaltige Aufgabe. Denn die 412 Wohnungen im Hannibal stehen seit September 2017 leer. Damals ließ die Stadt den Wohnkomplex aus Sorge um den Brandschutz räumen: 753 Menschen mussten von jetzt auf gleich die acht Hochhäuser verlassen.

412 Wohnungen gehören zum Hannibal-Wohnkomplex in Dorstfeld. Sie stehen seit mehr als drei Jahren leer. © Hans Blossey © Hans Blossey

Die Betroffenen warten seitdem auf die angekündigte Sanierung des Hochhaus-Komplexes. Mit Erleichterung wurde deshalb Ende November die Nachricht aufgenommen, dass die Stadt Dortmund die von Lianeo eingereichten Bauanträge genehmigt hat. Grundlage ist eine Einteilung des gesamten Komplexes in fünf Segmente mit vier Wohnblöcken und der Tiefgarage mit einem gemeinsamen Brandschutzkonzept.

Dieses Konzept soll nun offenbar von Forte übernommen werden. Mit der Veräußerung habe man die besten Voraussetzungen für eine zügige Sanierung des Gebäudes geschaffen, erklärte Lianeo-Sprecher Robert Döring. Man sei „stolz, die Sanierung durchzuführen“, wird in der Pressemitteilung Forte-Manager Alexander Hayn zitiert. Die Immobilie habe „eine bewegte Vergangenheit“.

Sanierungsstart angekündigt

Immerhin kündigt Hayn einen Sanierungsstart noch in diesem Jahr an. „Als Teil unseres großen Wohnungsbestandes werden wir das Gebäude wieder zu einem Zuhause für viele Menschen machen und zügig mit den Umbaumaßnahmen im zweiten Halbjahr 2021 starten,“ heißt es in der Mitteilung.

Zu dem großen Wohnungsbestand von Forte mit rund 10.000 Wohnungen in ganz Deutschland gehören auch schon mehr als 1400 Wohnungen in Dortmund. 2018 übernahm Forte die Großsiedlung Scharnhorst mit rund 1200 Wohnungen und 240 Wohnungen an der Droote in Scharnhorst. Auch hier gibt es großen Sanierungsbedarf, der allerdings bei Weitem nicht so komplex ist wie bei Hannibal in Dorstfeld.

Sehr gespannt ist man deshalb auch beim Dortmunder Mieterverein, wie die Ambitionen von Forte zu bewerten sind. „Der Hannibal II bleibt weiter ein Spekulationsobjekt von internationalem Interesse“, erklärt Tobias Scholz vom Mieterverein. Forte sei eher ein Finanzinvestor und kein Bestandshalter.

Forte selbst empfiehlt sich erst einmal als neuer Vermieter. „Wir sind ein erfahrenes Wohnungsunternehmen und stehen für gute und bezahlbare Wohnungen“, erklärt Hayn.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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