LEG wollte Eigentum von Mieterin (32) fast ohne Ankündigung entsorgen

mlzGudrunstraße

Es war jahrelang geduldete Praxis, auf den Laubengängen vor den LEG-Wohnungen an der Gudrunstraße Schuhregale und ähnliches abzustellen. Das hat sich fast ohne Vorwarnung geändert.

Wickede

, 13.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Janine Hoffmann (32), die an der Gudrunstraße in Wickede wohnt, ärgert sich über die LEG Wohnen. Am Donnerstag (7.5.) seien plötzlich Arbeiter aufgetaucht, die im Auftrag des Wohnungsunternehmens alles wegwerfen sollten, was auf den Laubengängen steht.

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Die Mieterin: „Ich arbeite nachts und schlief noch. Hätte mir meine Nachbarin nicht Bescheid gesagt, wäre alles weg gewesen: Schuhregal, Schuhe und so weiter.“

Fast ohne Vorankündigung

Dies sei fast ohne Vorankündigung geschehen. Zwar haben die Mitarbeiter einen entsprechenden Hinweis an die Türen geklebt, haben aber fast zeitgleich mit dem Abräumen angefangen.

Dieser Aufkleber wäre für Janine Hoffmann fast zu spät gekommen - dann wäre ihr Schuhregal mit Schuhen und anderem weg gewesen

Dieser Aufkleber wäre für Janine Hoffmann fast zu spät gekommen - dann wäre ihr Schuhregal mit Schuhen und anderem weg gewesen. © Andreas Schröter

Hoffmann: „Wäre ein Brief mit Informationen gekommen, dass dies nicht mehr erlaubt ist, wäre es ja alles kein großes Problem gewesen. Aber so ein Verhalten seitens der LEG geht ja gar nicht.“

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Es sei bisher nie ein Problem gewesen, dass auf den Laubengängen Sitzmöglichkeiten, Schuhe oder anderes stehe. Stellenweise behandelten Mieter diesen Raum tatsächlich als zusätzliche Stellfläche von Möbeln, so Janine Hoffmann, was natürlich nicht okay sei. Weder vom Hauswart noch anderen Angestellten sei allerdings je etwas gesagt worden.

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LEG-Sprecher Mischa Lenz sagt, die LEG habe die Verkehrssicherungspflicht für ihre Häuser. Es dürfe eben kein brennbares Material auf den Laubengängen stehen. Das stehe auch so in den Mietklauseln.

Sollte es eine Brandschau geben, würde das mit Sicherheit beanstandet. Natürlich sei die Aktion im Falle von Janine Hoffmann nicht optimal gelaufen, und er wolle das noch einmal intern ansprechen.

Kein Zweifel an grundsätzlichem Sinn

Janine Hoffmann zweifelt nicht am grundsätzlichen Sinn dieser Aktion. Noch immer stünden Kinderwagen von Nachbarn im Keller, die bereits seit Langem ausgezogen seien. Das habe sie der LEG bereits mehrfach mitgeteilt. Ohne Erfolg.

Überhaupt klagt sie über die schlechte Erreichbarkeit des Unternehmens. Rufe sie die Hotline an, hänge sie ewig in der Warteschleife und erreiche am Ende doch niemanden, und auf E-Mails reagiere das Unternehmen gar nicht. Früher, als es noch ein Mieterbüro gab, sei das noch viel besser gewesen. Leider sei es 2017 geschlossen worden.

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Micha Lenz verweist auf den Rückrufbutton auf der LEG-Website. Das funktioniere eigentlich sehr gut. Positiv sei doch, dass das Unternehmen die Hotline nicht von einer externen Organisation betreiben lasse.

„Bei uns sitzen nur Mitarbeiter mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund an den Telefonen.“ Generell denke die LEG Wohnen aber darüber nach, wieder mehr Mieterbüros zu eröffnen. Ob das jedoch auch für die Gudrunstraße geplant sei, könne er nicht sagen.

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