LEG-Mieter quasi im Hochhaus gefangen: Aufzug seit Monaten kaputt

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Seit Mai ist der Aufzug in einem Hochhaus an der Max-Brod-Straße 31 defekt. Die Mieter ärgern sich über die Untätigkeit der LEG. Die meisten Anwohner stellt der Ausfall vor enorme Probleme.

Scharnhorst

, 20.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fehlende Türklinken, kaputte Flurbeleuchtung, ungesicherte Löcher im Boden vor dem Haus - die Liste der Mängel des Mehrfamilienhauses an der Max-Brod-Straße ist lang. Eine Angelegenheit stört die Bewohner jedoch ganz besonders. Der Fahrstuhl in dem siebenstöckigen Wohnhaus ist kaputt - und das schon seit Mai 2019.

Für den Großteil der weit mehr als 30 Mieter ist das ein enormes Problem. „Hier wohnen viele ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern“, erzählt Roland Vidator im Gespräch mit der Redaktion. „Die bekommen ihre Einkäufe oder Kinderwagen gar nicht in die oberen Stockwerke.“ Vidator arbeitet für einen ambulanten Pflegedienst und betreut auch Bewohner des Hauses in Scharnhorst.

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Zudem kümmert er sich um seine Eltern, die ebenfalls in dem Haus wohnen und ohne die Hilfe des Sohnes aufgeschmissen wären. „Die beiden sind jetzt schon über 80“, so Vidator. „Mit Einkäufen kommen sie überhaupt nicht mehr die Treppe bis in den 4. Stock hoch.“ Regelmäßig fährt der Sohn deshalb vorbei und hilft seinen Eltern beim Tragen.

Bewohner trauen sich zum Teil nicht mehr aus dem Haus

Während des Gesprächs mit den Vidators versammeln sich weitere Anwohner im Hausflur. Die Stimmung ist merklich angespannt und geladen. Neben der Wut auf die Zustände ist vor allem die Hilflosigkeit unter den Mietern spürbar. „Vor ein paar Tagen erst musste ich meine Einkäufe im Auto liegen lassen. Mit meinem kaputten Knie habe ich sie nicht in meine Wohnung bekommen“, berichtet eine Anwohnerin, die im 5. Stock wohnt, verzweifelt.

Trotz mehrmalige Anrufe bei der LEG wird das Problem nicht behoben, so die Mieter.

Trotz mehrmalige Anrufe bei der LEG wird das Problem nicht behoben, so die Mieter. © Julian Reimann

Andere Bewohner sprachen davon, dass sie sich kaum noch aus dem Haus trauen - in der Sorge, dass sie später die Treppen nicht mehr hochkommen. Vor allem die älteren Mieter sind im Alltag auf die Unterstützung durch Familienangehörige oder Pflegedienste angewiesen.

Die Probleme bestehen bereits seit mehr als einem halben Jahr

Angefangen hätten die Probleme bereits im Mai vergangenen Jahres, erzählt Vidator. Mehrmals habe er in den Folgemonaten bei der LEG Immobilien AG, der das Haus gehört, angerufen und gebeten, dass jemand den Fahrstuhl repariert. „Ich wurde immer wieder vertröstet“, erzählt Vidator. „Erst im Dezember kam dann jemand vorbei und hat den Fahrstuhl repariert.“

Die Behebung des Problems war allerdings nicht von Dauer: Bereits im Januar ging der Fahrstuhl wieder kaputt. „Leider haben wir seit einigen Monaten an der Aufzugsanlage immer wieder Ausfallzeiten aufgrund unterschiedlicher Fehlermeldungen zu beklagen“, erklärt LEG-Pressesprecher Mischa Lenz auf Anfrage.

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Besonders ärgerlich sei, dass der Fahrstuhl erst komplett erneuert worden ist und trotzdem wieder Störungen aufweist. „Wir stehen im Austausch mit dem Hersteller, um eine langfristige Lösung zu finden“, sagt Lenz. Er versicherte in dem Zusammenhang, dass die defekte Komponente sofort ausgetauscht werden würde.

LEG zahlt den Mietern Entschädigungen für die Ausfallzeit

Für die Ausfallzeiten habe man den Anwohnern Mietminderung erstattet, so Lenz weiter. Und: „Reparaturen an der Aufzugsanlage werden selbstverständlich nicht auf unsere Mieter umgelegt.“ Zudem würde die LEG einen kostenlosen Einkaufs- und Trageservice anbieten.

Den aber habe es nur im November für ein paar Tage gegeben, berichtet Roland Vidator. Seit der reparierte Fahrstuhl wieder ausgefallen ist, habe es jedoch keine Unterstützung gegeben. Von einer Mietminderung weiß er hingegen nichts - seinen Aussagen zu Folge ist die Miete Ende vergangenen Jahres sogar erhöht worden.

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Allerdings räumt er ein, dass seine Eltern und andere Anwohner Entschädigungszahlungen von der LEG bekommen haben. Freuen konnten sie sich darüber aber nicht. „Was bringt das denn, wenn der Fahrstuhl immer noch nicht funktioniert?“, meint Vidator. Ihnen wäre es lieber, wenn der Aufzug schnell und dauerhaft wieder funktioniert.

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