Legionellen-Alarm in Aplerbeck: Immens hoher Wert, Betrieb stillgelegt

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In dem von Legionellen verunreinigten Betrieb in Aplerbeck wurde der zulässige Höchstwert um das Achtzehnfache überschritten. Um welchen Betrieb es sich handelt, ist aber weiter unklar.

Dortmund, Aplerbeck

, 10.03.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits Mitte Januar sind in einem Aplerbecker Betrieb bei einer Routineprobe Legionellen in einer Verdunstungskühlanlage nachgewiesen worden. Bei der anschließenden Kontrolle wurde ein deutlich erhöhter Wert festgestellt - und es gibt neun Krankheitsfälle. Darüber informierte die Stadt Dortmund am 9. März. Über den betroffenen Betrieb gibt es auch einen Tag später keine Informationen.

Grundsätzlich sind Unternehmen, die über derartige Anlagen verfügen, zu regelmäßigen Proben verpflichtet, erklärte Heinz-Jörg Gimpel von der zuständigen Unteren Umweltbehörde in Hagen während einer Pressekonferenz am 10. März: „Da die tatsächliche Ursache der Verunreinigung noch nicht endgültig feststeht, können wir noch nicht sagen, um welchen Betrieb es sich handelt.“

Erste auffällige Probe stammt aus dem Januar

Stattdessen gab es nähere Informationen zur Verschmutzung: Bereits am 17. Januar hat eine Probe Gimpel zufolge einen Wert von 17000 koloniebildenden Einheiten im Wasser der betroffenen Anlage in Aplerbeck offenbart. Die zulässige Höchstgrenze liegt bei 10000 Einheiten.

Die behördlichen Anweisungen sehen vor, dass in einem solchen Fall innerhalb von vier Wochen eine Nachbeprobung stattfinden muss. Dieser Verpflichtung sei der Betrieb nachgekommen. „Das Resultat der zweiten Probe ergab am 21. Februar einen Wert von 180000 Einheiten im Wasser. Eine solche Überschreitung habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Gimpel. Im Anschluss sei der Betrieb umgehend stillgelegt worden.

Erkrankte Personen auf dem Weg der Besserung

Neun Menschen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits an einer sogenannten Legionellose erkrankt, erklärte der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken.

Bei den Erkrankungen handelt es sich um schwere Lungenentzündungen, die unter Umständen tödlich verlaufen können. „Mittlerweile sind aber alle Personen auf dem Weg der Besserung und zum Teil auch schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden“, so der Experte.

Nach der Schließung der Anlage ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Erkrankungen laut Renken nunmehr sehr gering. „Wir haben nur in dieser einen Anlage Auffälligkeiten festgestellt. Und dadurch, dass die uns bekannten Fälle von Legionellose sehr gehäuft auftraten, würde ich sagen, dass das derzeitige Risiko einer Neuansteckung gegen null tendiert.“

Endgültiges Untersuchungsergebnis noch nicht vorhanden

Eine weitere mikrobiologische Untersuchung soll nun Aufschluss darüber geben, ob die vermutete Anlage tatsächlich die Legionellen-Emission verursacht hat. Ein Ergebnis wird laut Stadtsprecherin Anke Widow voraussichtlicht erst in zehn Tagen vorliegen.

Das betroffene Unternehmen könne den Betrieb daher erst dann wieder aufnehmen, sobald die Grundreinigung und Desinfektion abgeschlossen sei und das Analyseergebnis vorliege.

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