Schnell zum Lidl? Viele Kunden in Dortmund nutzen diese schmale Straße als Abkürzung

mlzBaustelle Hangeneystraße

Eine Straßensperrung wird zur Zerreißprobe: Viele Autofahrer nutzen eine schmale Straße als Abkürzung – vor allem Lidl-Kunden und Pendler. Die Anwohner sind sauer und wehren sich.

Kirchlinde

, 30.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon morgens ist die schmale Straße verstopft. Stoßstange an Stoßstange warten Autofahrer auf die Weiterfahrt. Bei Gegenverkehr wird einfach der Bürgersteig benutzt, denn es passen kaum zwei Autos aneinander vorbei.

„Vor allem zum Berufsverkehr steht hier die ganze Straße voller Autos“, ärgert sich Anwohnerin Michaela Kleinehabig. Schuld sei die Baustelle auf der Hangeneystraße, zwischen Rathoffsweg und Dellwiger Straße.

Die Baustelle zur Sanierung der Wasserleitung, die seit Mitte August besteht, macht die Hangeneystraße zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Kirchlinde – und den schmalen Osulfweg zur beliebten Abkürzung.

Lidl-Kunden und Pendler missachten die Umleitung

Ursprünglich sollte der Verkehr auf der Hangeneystraße mit einer Baustellenampel geregelt werden. „Aufgrund der Länge der Maßnahme musste jedoch eine Einbahnstraße eingerichtet werden“, teilte die Dortmunder Netz GmbH (Donetz) zu Beginn der Arbeiten mit.

Schnell zum Lidl? Viele Kunden in Dortmund nutzen diese schmale Straße als Abkürzung

Die Baustelle an der Hangeneystraße ist Schuld an dem Chaos. © Stephan Schütze

In Richtung Marten ist die Straße seitdem gesperrt. Die offizielle Umleitung führt ab der Straße Im Dorloh über die Kirchlinder Straße und den Bärenbruch. Doch der Umweg scheint einigen Pendlern und Lidl-Kunden zu lange zu dauern.

„Seit der Straßensperrung nutzen viele die kleinen Straßen, vor allem den Osulfweg“, sagt Michaela Kleinehabig. Und der sei für so ein hohes Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt.

Autofahrer rasen über den Osulfweg

„Das ist hier eine 30er-Zone“, erklärt Kleinehabig. „Die Häuser stammen aus den 50er-Jahren – da gab es noch nicht so viel Verkehr.“ Die Folge der aktuellen Verkehrslage: Risse und Löcher im Asphalt. Zudem fahren, sofern die Straße frei ist, viele Autofahrer zu schnell.

Schnell zum Lidl? Viele Kunden in Dortmund nutzen diese schmale Straße als Abkürzung

Der Osulfweg weist Straßenschäden auf, die vor der Baustelle an der Hangeneystraße nicht da waren. © Stephan Schütze

Ausweichmanöver auf den Bürgersteig werden zur Gefahr für Fußgänger. „Ich musste vor Kurzem zwei Kinder aus dem Weg ziehen, die beinahe angefahren wurden.“ Wer zum Kindergarten am Osulfweg oder zur Hangeneyschule gehe, müsse gut aufpassen.

Eine 90 Grad Kurve verschärfe die Situation. „Ich habe wirklich Angst, dass hier ein Kind tot gefahren wird,“ sagt Michaela Kleinehabig und nennt eine weitere brenzlige Situation: „Als die Müllabfuhr kam, ging es einigen Autofahrern nicht schnell genug und sie haben mitten auf unserer schmalen Straße gewendet.“

Autofahrer beleidigen die Anwohner

Die Anwohner sind in Sorge und wütend, wie andere Autofahrer ihre Straße nutzen, insbesondere im Hinblick auf glatte Straßen im Winter. Kleinehabig und einige Nachbarn haben deshalb versucht, die Pkw-Fahrer anzusprechen – doch ohne Erfolg.

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Michaela Kleinehabig und ihre Nachbarn setzen sich für eine andere Verkehrsregelung ein. © Stephan Schütze

„Was ich mir da an Beleidigungen anhören musste, kann man gar nicht sagen.“ Die Anwohner wollen erreichen, dass Autofahrer sich an die Umleitung halten und beispielsweise über Kirchlinde oder die Provinzialstraße zur Autobahn fahren.

Deshalb haben sie sich die Unterstützung von Politik und Polizei geholt. Schließlich ziehen sich die Bauarbeiten auf der Hangeneystraße bis ins Frühjahr 2020 – und die Sicherheit der Anwohner sei so lange in Gefahr.

Der Polizei sind die Hände gebunden

Die Polizei in Huckarde hilft mit vertärkten Verkehrskontrollen. „Das Verkehrsaufkommen am Osulfweg und in der gesamten Siedlung ist deutlich erhöht“, sagt Polizeihauptkommissar Ulrich Breuking. „Einige nutzen die Straße als Abkürzung.“

Breuking bestätigt, dass Autofahrer insbesondere dort den Bürgersteig befahren, wo er nicht aufgepflastert ist. „Bei wenigen Autos ist das kein Problem, bei so vielen schon.“

Für den Kindergarten und ältere Menschen sei die Situation gefährlich, insbesondere im Hinblick auf die dunkle Jahreszeit. „Aber uns sind weitgehend die Hände gebunden“, sagt Ulrich Breuking. „Der Osulfweg ist keine Anliegerstraße, wir können niemanden belangen, der ihn nutzt.“

Zudem halten sich in Gegenwart eines Streifenwagens alle an die Regeln. Eine Anfrage an die Stadt Dortmund, welche Möglichkeiten zur Entschärfung der Situation es jetzt noch gibt, läuft.

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