In ihrer Kolumne "Dinner for One" schreibt Charlotte Schuster über Themen, die Singles beschäftigen. © Grafik: Klose
Kolumne „Dinner for One“

Liebe Lieferdienste, denkt doch bitte mal an die Singles da draußen!

Nur wenige Singles haben Lust, regelmäßig für sich alleine zu kochen. Doch auch Alternativen bieten sich ihnen kaum. Der nächste Teil unserer Single-Kolumne „Dinner for One“.

Als ich noch Zuhause bei meinen Eltern gewohnt habe, gab es immer eine warme Mahlzeit am Tag. Früher habe ich es für selbstverständlich gehalten, dass meine Mutter täglich etwas Frisches zu Essen vorbereitet hat. Mittlerweile weiß ich, wie nervig diese ständige Kocherei ist.

Mindestbestellwerte vertreiben Singles

Gestern habe ich noch bis spät abends an meinem Schreibtisch gehockt. Danach hielt sich meine Motivation, mich noch an den Herd zu stellen, in Grenzen. Ich habe mich nur noch auf meine Couch und einen guten Film gefreut. Hunger hatte ich aber trotzdem.

Ein Blick in die Lieferando-App hat mir schnell wieder einen großen Nachteil des Single-Daseins vorgeführt: Alleine werde ich bei den meisten Restaurants niemals auf den Mindestbestellwert kommen, außer ich bestelle mir Abendessen für die nächsten fünf Tage.

Natürlich hätte ich noch schnell mit dem Auto losdüsen und mir etwas Leckeres abholen können. Doch ehrlich gesagt hatte ich darauf fast noch weniger Lust als aufs Kochen.

Deshalb habe ich nur noch die Möglichkeit gesehen, freundlich bei dem Lieferdienst nachzufragen, ob sie eine Ausnahme für mich machen könnten. Mein klitzekleiner Hoffnungsschimmer wurde mir schnell genommen. Ich wurde direkt abgewimmelt: „Hier rufen viele Leute aus demselben Grund an wie Sie. Das kann ich nicht machen.“

Diese Aussage zeigt, wie viele Alleinstehende sich in Restaurants wie diesen wohl Essen bestellen würden, wenn es keinen Mindestbestellwert gäbe. Für meine Bikini-Figur ist das auch sicherlich besser so. Meine Stimmung war dann aber trotzdem gedämpft.

„Singles können nicht kochen” – Dieses Klischee erfülle ich mit Bravour.

Die einseitige Ernährung als Single

„Singles können nicht kochen” – Dieses Klischee erfülle ich mit Bravour. Essen tue ich zwar sehr gerne, aber selbst zubereiten tue ich es selten. Weder bereitet es mir Freude, noch schmeckt es im Anschluss.

Meine Mutter kritisiert mich dafür häufig: „Kochen kann jeder. Dafür muss man doch nur lesen können”. Das Problem daran ist, dass es bei mir schon an Kleinigkeiten hapert. In Rezepten werden manche Schritte aus Selbstverständlichkeit gar nicht weiter erläutert. Ich aber bräuchte für jeden einzelnen Schritt eine eigene Anleitung.

Natürlich ernähre ich mich nicht nur von Fastfood und Tiefkühlkost. Meine Ernährung ist aber trotzdem sehr einseitig. Häufig läuft es auf Rührei, Spaghetti Mirácoli und Thunfischsalat hinaus.

Nach dem deprimierenden Anruf am gestrigen Abend gab es übrigens auch Rührei. Das hatte ich zwar schon zum Frühstück, aber ich hatte keine andere Wahl. Denn um sich etwas Vernünftiges zu kochen, braucht man nicht nur Motivation, sondern auch die passenden Zutaten.

Meal-Prepping – Einmal und nie wieder

Viele meiner Single-Freunde erzählen mir oft, dass sie ihre Mahlzeiten für mehrere Tage vorkochen. Das nenne sich wohl Meal-Prepping und ist angeblich total im Trend.

Daraufhin habe ich dieses beliebte „Meal-Prepping” einmal ausprobiert und danach nie wieder gemacht. Denn ich habe drei schlechte Erfahrungen damit machen müssen:

1. Das Essen hat sich leider nicht von selbst vorbereitet. Ich musste trotzdem kochen.

2. Ich habe vier Stunden an meinem geliebten Sonntag in der Küche verbracht.

3. Woher soll ich Sonntag schon wissen, worauf ich am Mittwoch Hunger habe?

Meine Essgewohnheiten werde ich wohl künftig nicht ändern. Einen Tipp habe ich aber noch an alle Restaurants mit Lieferdienst in Dortmund: Senkt oder streicht euren viel zu hohen Mindestbestellwert. Glaubt mir, ihr würdet dadurch ein dickes Plus generieren – durch viele Singles und insbesondere durch mich.

LEBEN UND LIEBEN

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Ruhr Nachrichten / Hellweger Anzeiger

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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