Hamsterkäufe wegen zweiter Corona-Welle? „Man spürt die Angst der Kunden“

mlzCoronavirus

Die zweite Corona-Welle ist da, sagen Experten. Wie reagieren die Menschen im Dortmunder Westen auf die steigenden Infektionszahlen? Gibt es eine Wiederholung der Hamsterkäufe?

Huckarde, Lütgendortmund

, 05.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Ärztebund Marburger Bund besteht kein Zweifel: Die Experten sehen Deutschland bereits am Anfang einer zweiten Corona-Welle. Zuletzt (4.8.) meldete das Robert-Koch-Institut 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Der Ärztebund betont aber auch: Es handelt sich bislang um eine „flache Welle“, der Anstieg sei nicht mit den Zahlen im März und April 2020 vergleichbar.

Wie reagieren die Menschen im Dortmunder Westen auf die Zunahme der Corona-Fälle? Was machen Bilder von dicht gedrängten Menschen bei Demonstrationen und an Urlaubsstränden mit ihnen? Verfallen sie beim Einkaufen wieder in alte Verhaltensmuster, geht das Corona-Hamstern wieder los?

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„Nein, soweit ist es noch nicht, aber man spürt die Angst der Kunden, sie werden langsam unruhig“, sagt Katharina Nolte, die seit Anfang 2020 den Rewe-Markt an der Germaniastraße in Marten betreibt, auf Anfrage unserer Redaktion. „Von den Zuständen, wie wir sie im März und April hatten, sind wir sehr weit entfernt. Und ich hoffe inständig, dass sie sich nicht wiederholen.“

Keine neuen Engpässe beim Klopapier

Denn 100-prozentig erholt habe man sich noch gar nicht von der ersten Corona-Welle, sagt die 37-Jährige. Noch immer stocke in einigen Bereichen die Warenlieferung. „Aber leer gefegte Regale haben wir glücklicherweise nicht mehr.“ Auch nicht beim ehemaligen Verkaufsschlager Klopapier.

Vor allem bei Desinfektionsmitteln, Konserven, aktuell seien es die Bohnen, bei diversen Mehlsorten wie Dinkel und Vollkorn sowie bei Brot-Backmischungen gebe es immer mal wieder einen Engpass. „Damit decken sich die Kunden gerne ein, weil sie lange haltbar sind“, so Katharina Nolte.

Auch im Edeka-Markt Reimann in Bövinghausen laufe zurzeit alles „ganz normal“, sagt Inhaber Markus Reimann. „Aber das wird sich nach den Ferien ändern, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind“, ist der Kaufmann überzeugt. Die zusätzlichen Corona-Tests würden sich zuerst auf die Statistik und dann aufs Einkaufsverhalten auswirken, meint Reimann. „Aber so schlimm wie zu Beginn der Corona-Krise wird es nicht mehr werden. Die Menschen sind ja lernfähig.“

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Marktleiter Jannik Nüst von Edeka Nüsken in Huckarde ist da weniger optimistisch. „Die Leute haben nichts dazu gelernt. Wenn es soweit ist, werden sie wieder Klopapier, Nudeln und Backzutaten horten.“ Er gehe aber auch davon aus, dass es nicht „ganz so wild“ werden wird wie im vergangenen März und April.

Konserven-Abteilung kränkelt noch

Momentan spüre er noch kein verändertes Kundenverhalten, so Jannik Nüst. Auch die Regale seien gut gefüllt. Nur die Konserven-Abteilung würde noch ein wenig kränkeln: „Das wird wohl noch bis Ende des Jahres dauern, bis die Knappheit überwunden ist.“

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