Ärger um Kita-Bau in Lütgendortmund: Das Warten hat kein Ende

mlzKitas in Dortmund

Das Neubaugebiet ist schon lange ein Dorn im Auge vieler Anwohner. Bis die Wohnungen bezugsfertig waren, dauerte es mehr als drei Jahre. Die geplante Kita lässt noch länger auf sich warten.

Lütgendortmund

, 24.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Karree Holtestraße, Ursulastraße und Klobestraße in Lütgendortmund sind nach der Räumung des ehemaligen Urania-Sportplatzes schicke Häuser mit insgesamt 92 Sozialwohnungen entstanden. Was ein Muster-Projekt hätte sein können, entwickelte sich mit den Jahren zur Katastrophe.

Bereits Ende 2017 sollten die Wohnungen des Neubaugebietes bezogen werden. Letztendlich zog sich die Übergabe der bezugsfertigen Wohnungen an die Vermieterin Dogewo bis Mai dieses Jahres. Erst seitdem laufen Wohnungsbesichtigungen und -vermietung.

Von der im Neubaugebiet geplanten Kita mit Familienzentrum, für die ein circa 1900 Quadratmeter großes Grundstück an der Ursulastraße freigehalten wurde, fehlt indes weiterhin jede Spur. Die Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund forderte deshalb einen Sachstands-Bericht in ihrer September-Sitzung.

Unmut der Bezirksvertreter wächst

Denn nicht nur der Unmut der Bezirksvertreter wächst. Auch die Anwohner rund um das Neubaugebiet ärgerten sich zunehmend über die leerstehenden Häuserreihen. Immer verrücktere Gerüchte um die Verzögerung der Wohnungsvermietung machten die Runde.

„Wir haben wirklich keine Geduld mehr mit dem Projekt“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Lieven in der BV-Sitzung am 22. September (Dienstag). Es gebe nur zwei wichtige Fragen, die nun endlich beantwortet werden müssten: „Wer ist der Betreiber und wie schnell geht das mit dem Kita-Bau?“

Im Mai 2020 konnten die Häuser mit den bezugsfertigen Wohnungen an die Vermieterin Dogewo übergeben werden. Seitdem laufen Besichtigungstermine und Vermietung.

Im Mai 2020 konnten die Häuser mit den bezugsfertigen Wohnungen an die Vermieterin Dogewo übergeben werden. Seitdem laufen Besichtigungstermine und Vermietung. © Archiv

Fragen, auf die ein anwesender Vertreter der Stadt Dortmund Antwort geben konnte. „Betreiber ist die Fabido“, erklärte er. Da der städtische Eigenbetrieb jedoch an der Ursulastraße mit einem neuen Raumprogramm, das das pädagogische Konzept besser unterstütze, an den Stadt gehen wolle, verzögern sich Ausschreibung und Baubeginn.

Die Finanzierung der fünfgruppigen Kita mit angeschlossenem Familienzentrum solle sich indes noch in diesem Jahr klären. In Frage kommen hier beispielsweise die „Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft“ (DSG) oder externe Investoren.

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„Wir werden uns hierbei für die schnellere Variante entscheiden, da es schon zu großen Verzögerungen gekommen ist, die ich auch nicht schön reden kann“, sagte der Vertreter der Start. Im kommenden Jahr folge dann die Absegnung des Fabido-Raumprogramms sowie die Ausschreibung des Kita-Baus.

Danach könne mit dem Bau des zweistöckigen Gebäudes begonnen werden. Eine Fertigstellung sei Ende 2022/Anfang 2023 realistisch. Deutlich früher sollen indes die Voraussetzungen für den Kita-Bau geschaffen werden.

Die Bodenarbeiten beispielsweise sind seit 24. September (Donnerstag) beendet.

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