Dortmunderin ist lungenkrank – und verschenkt trotzdem Schutzmasken

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Mehr Solidarität geht nicht: Eine lungenkranke Dortmunderin teilt ihren Schutzmasken-Vorrat mit anderen Menschen in Not. Das reicht ihr aber nicht, sie will noch mehr helfen.

Lütgendortmund

, 01.04.2020, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunderin Beate Kimm leidet seit Jahren unter einer chronischen Lungenerkrankung. Erst im Januar hatte die 56-Jährige aus Lütgendortmund eine schwere Lungenentzündung. Sie gehört zur Hoch-Risikogruppe in der Corona-Krise.

Die gelernte Medizinisch-Technische Assistentin hat deshalb frühzeitig vorgesorgt – lange bevor das Coronavirus das öffentliche Leben in Deutschland lahm legte.

Lungenkranke Dortmunderin bestellt Mitte Februar 50 Schutzmasken

„Aufgrund der dramatischen Berichte aus dem Ausland habe ich Mitte Februar 50 Schutzmasken im Internet bestellt. Bei einem Nagel-Designer, woanders gab es keine mehr“, erzählt sie.

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Damit könnte sie lange über die Runden kommen, doch stattdessen verschenkte Beate Kimm Anfang der Woche einen Teil ihres Vorrats. „Wegen meiner Krankheit sind mir die Hände gebunden, anders kann ich gerade nicht helfen.“

Rund 50 Anfragen erreichten sie, nachdem sie auf Facebook ihre Masken zum Verschenken angeboten hatte. „Ich habe aber nur mit Kranken geteilt. Zum Beispiel mit einer dreifachen Mutter, die COPD hat und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arzt fahren muss.“ 20 ihrer 50 Masken hat Beate Kimm schließlich verschenkt.

Mit ihren selbst genähten Behelfsmasken wollen Beate Kimm und ihre Mitstreiterinnen Risikopatienten, medizinisches Personal und Heime unterstützen.

Mit ihren selbst genähten Behelfsmasken wollen Beate Kimm und ihre Mitstreiterinnen Risikopatienten, medizinisches Personal und Heime unterstützen. © privat

Neue Facebook-Gruppe: Dortmunder Nähbienen (Beheflfsmasken)

Als Heldin möchte sie deshalb nicht gefeiert werden. „Ich habe für mich schon noch genug, unter anderem eine richtige Maske mit Filtern. Und im Keller habe ich noch Feinstaub-Masken gefunden.“

Nach der Erfahrung mit ihrem Facebook-Post möchte Beate Kimm noch mehr helfen. „Es ist ja mittlerweile eine Katastrophe, überhaupt Masken aufzutreiben.“

Kurzerhand hat die Lütgendortmunderin die Facebook-Gruppe „Dortmunder Nähbienen (Behelfsmasken)“ erstellt. „Wir nähen Behelfsmasken für Risikogruppen und gegebenenfalls medizinisches Personal“, so Beate Kimm.

Masken sind dreilagig und werden über Mund und Nase getragen

Die Masken seien natürlich keine medizinischen Produkte und böten daher auch keinen medizinischen Übertragungsschutz, so die 56-Jährige. Mit den Einwegmasken könnten sie aber durchaus mithalten. „Sie sind dreilagig, können genauso über Mund und Nase getragen und sogar bei 60 Grad gewaschen werden.“

Die Lütgendortmunderinnen Daniela Steinmetz und Julia Reiter konnte Beate Kimm für ihre Hilfsaktion bereits gewinnen. „Die ersten Masken für das DRK-Heim Lütgendortmund und das AWO-Heim Kirchlinde sind fertig.“

Beate Kimm braucht dringend Material-Spenden

Die Frauen hoffen auf weitere Unterstützung an der Nähmaschine. Willkommen seien auch Material-Spenden wie Baumwollstoff, Gummiband und Nähgarn.

Wer helfen möchte, kann sich über die Facebook-Gruppe Dortmunder Nähbienen (Behelfsmasken) oder über Messenger bei Beate Kimm melden.

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