Edel-Restaurant ohne Tische: Ist das Luqqa schon wieder am Ende?

mlzKleppingstraße

Mit großen Ambitionen und im Windschatten schillernder BVB-Namen war das Restaurant Luqqa an der Kleppingstraße gestartet. Jetzt wurden die Möbel rausgeräumt. Das steckt dahinter.

Dortmund

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Luqqa ist seit Anfang Juli tagsüber geschlossen. Mobiliar wurde herausgeräumt. Übrig bleiben auf 280 Quadratmetern die Bar, einige Sitzgelegenheiten und eine große freie Fläche. Ist das Luqqa an der Kleppingstraße 28 nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung im September 2018 am Ende? Antwort: Nein. Zumindest noch nicht.

Emine Kinis ist als Inhaberin auf der Glasfassade des Luqqa angegeben, Geschäfsführer laut Handelsregister ist ihr Ehemann Yusuf. Emine Kinis bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion: „Der Restaurantbetrieb ruht derzeit. Wir machen vorerst nur als Club für Partys an den Wochenenden weiter.“ Veranstalter können die Räume des „Luqqa Clubbing“ buchen. Im Juli stehen zwei Termine im Kalender.

Das Konzept des Edel-Café-Restaurants ist nicht aufgegangen

Fest steht: Das Konzept mit Restaurant, Café und Bar im für Dortmund eher gehobenen Preissegment ist allem Anschein nach nicht aufgegangen. Trotz edler Einrichtung, hoher Investitionen und prominenter Gäste wie die BVB-Profis Marco Reus und Julian Weigl.

Dennoch bleibt das Luqqa in Betrieb. „Nach den Sommerferien“ wolle man sich Gedanken über ein neues Konzept machen, so Emine Kinis. Vermieter des Ladenlokals ist der Dortmunder Energieversorger DEW21, der in unmittelbarer Nähe am Günter-Samtlebe-Platz seine Unternehmenszentrale hat. DEW21-Sprecherin Jana-Larissa Marx sagt: „Uns liegen keine aktuellen Informationen zur Zukunft des Betriebs vor.“ Zum Inhalt von Vertragsverhältnissen äußere sich DEW21 nicht.

Aubameyang-Kumpel investierte viel und stieg dann kurz vor der Eröffnung wieder aus

Schon in der Entstehungsgeschichte des Luqqa ist vieles nicht nach Plan gelaufen. 2017 hatte Ersan Kusakci (26) die Idee öffentlich gemacht. Der gute Freund von Ex-BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang sowie von Ousmane Dembele und Emre Mor investierte nach eigener Aussage rund 780.000 Euro in den Umbau des ehemaligen DEW-Kundenzentrums.

Die Eröffnung verzögerte sich allerdings wegen diverser Bauauflagen um gut ein Jahr. Und als das erste Essen serviert wurde, war Ersan Kusakci schon wieder raus aus dem Geschäft. „Ich habe meine Anteile noch vor der Eröffnung wieder verkauft, weil ich gemerkt habe, dass die Gastronomie nichts für mich ist“, sagt er. Kusakci arbeitet im Marketing für Mercedes Benz.

Der ehemalige BVB-Jugendkicker ist weiterhin als Fußballer aktiv. Gerade ist er zum Landesligisten TuS Bövinghausen gewechselt, der unter großer Aufmerksamkeit Trainer Thorsten Legat verpflichtet hat. Nach nur vier Wochen hat er allerdings schon wieder seinen Abschied angekündigt, weil er mit der Zahlungsmoral des Vereins nicht einverstanden ist. Das heutige Geschehen im ehemaligen Herzensprojekt verfolge er nicht mehr. 2017 war spekuliert worden, ob auch Aubameyang, Dembele oder Mor in das Projekt Geld investiert haben. Dies sei nicht der Fall gewesen, sagt Kusakci.

Mitarbeitern behauptet, sie warte auf Geld - und macht auf Instagram ihrem Ärger Luft

Dafür gibt es eine andere ehemalige Mitarbeiterin, die in sozialen Netzwerken ihrem Ärger über den Ex-Arbeitgeber Luft verschafft. Das Luqqa habe Schulden und sie warte seit November 2018 auf ausstehenden Lohn, den sie jetzt einklagen möchte, teilte die Frau ihren mehr als 2000 Followern bei Instagram mit. Mindestens ein weiterer Mitarbeiter berichtete gegenüber dieser Redaktion in der Vergangenheit von schlechtem Umgang mit dem Personal und Fehlplanungen. Er möchte sich heute nicht mehr dazu äußern.

Die Betreiber äußern sich nicht zu diesen Vorwürfen – und verweisen auf ausführliche Gespräche ab Ende August.

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