Mängel-Kontrollen durch Landesregierung: So verteidigt sich Altro Mondo

mlzMietwohnungen

Berichte über Mängel bei Wohnungen von Degag/Altro Mondo riefen sogar das NRW-Innenministerium auf den Plan. Nun meldet sich Altro Mondo zu Wort. Und es liegt ein Ergebnis für Dortmund vor.

Dortmund

, 18.09.2019, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach einer groß angelegten Immobilienkontrolle in Dortmund und vier anderen NRW-Städten meldet sich nun die Gesellschaft Altro Mondo zu Wort. Sie ist verantwortlich für Immobilien der Deutschen Grundbesitz AG (Degag) - und sieht sich mit Missstands-Vorwürfen konfrontiert.

„An den kontrollierten Standorten wurden in den vergangenen 5 Jahren über 60 Millionen Euro in die Objekte investiert. Trotzdem lassen sich Mängel nie ganz ausschließen“, teil der Anwalt Ruben Engel mit, der Altro Mondo vertritt. „Erfährt Altro Mondo von Missständen in den von ihr verwalteten Objekten, werden umgehend Abhilfemaßnahmen eingeleitet“, schreibt er weiter.

An den Kontrollen übt die Gesellschaft scharfe Kritik: Sie seien aus Sicht von Altro Mondo „nicht nur überflüssig, sondern offenkundig rein politisch motiviert. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Landesregierung niemals den Kontakt zu Altro Mondo oder den Eigentümern der Objekte suchte“, heißt es in der Erklärung des Rechtsanwaltes.

Altro Mondo und Degag seien jederzeit zum Dialog bereit

Die Besitzer stünden „jederzeit für einen Dialog bereit“, betont der Jurist. Und zwar „sowohl um das Konzept für die einzelnen Objekte zu erläutern als auch um die konkreten Anliegen der Mieter zu deren Zufriedenheit zu regeln.“

Auch zum Umgang mit den Ergebnissen der Kontrollen äußert sich Engel: „Sollten die Kontrollen ergeben, dass Mängel existieren, wird Altro Mondo diese beseitigen und selbstverständlich weiter mit den Behörden zusammenarbeiten.“

Erste Rückmeldungen, die bis Dienstagnachmittag bei der Kanzlei eingegangen seien, hätten allerdings ergeben, dass gravierende Mängel nicht aufgedeckt werden konnten, schreibt der Anwalt. Dem widerspricht jedoch, was in der Region Ruhrgebiet die Stadt Castrop-Rauxel als Ergebnis bilanziert: Hier seien teilweise schwere Mängel gefunden worden.

In Dortmund wurden laut Stadt hingegen nur kleinere Mängel gefunden. Die Wohnaufsicht des Amtes für Wohnen hatte im Rahmen des Aktionstages die beiden Altro-Mondo-Wohnanlagen in der Nordstadt (das Fredenbaum-Carré im Bereich Münsterstraße, Uhlandstraße, Weberstraße und Kleiststraße) sowie in Wickede (Herwingweg und Molnerweg) überprüft. Aus rechtlichen Gründen konnten keine Wohnungen betreten werden, merkt Stadtsprecher Christian Schön an. Nur Außenanlagen und Eingangsbereiche konnten geprüft werden.

Gesamtfazit: „Die Missstände in Dortmund sind nicht so gravierend wie in anderen

Städten“, so Stadtsprecher Schön. Dennoch blieben die Wohnungsbestände „weiter unter Beobachtung“.

Neuer Standort im Aufbau

In seiner Stellungnahme kündigt der Altro-Mondo-Anwalt auch Maßnahmen an, die helfen sollen, die Kundenzufriedenheit zu verbessern: „Da die Zufriedenheit der Mieter oberste Priorität hat, baut Altro Mondo derzeit bereits einen weiteren Standort in Nordrhein-Westfalen mit etwa 30 Mitarbeitern auf, um näher an den Bedürfnissen der Mieter zu sein“, heißt es in dem Schreiben.

Defekte Aufzüge und Heizungsanlagen, Schimmel, Abfallprobleme – es sind, landesweit betrachtet, schwere Vorwürfe, die die Landesregierung gegen Degag/Altro Mondo erhebt. In Dortmund gab es jüngst einen Fall, in dem Mieter in Wickede fürchteten, die DEW21 werde ihnen Wasser und Strom abstellen. Hier war Altro Mondo mit Zahlungen in Verzug. Letztlich wurden die Wohnungen unter Zwangsverwaltung gestellt.

Altro Mondo wiederum gibt in einem anwaltlichen Schreiben an unsere Redaktion vom 13. September an, man habe die Beträge inzwischen beglichen und die Zwangsverwaltung solle entsprechend baldmöglichst enden.

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