Magdalene H. will ihren Job behalten

Brötchen-Prozess

DORTMUND Bundesweite Aufmerksamkeit erregte der „Brötchen-Prozess“ der Bauverbände Westfalen gegen eine Mitarbeiterin. Der Rechtsanwalt von Magdalene H. geht davon aus, „dass sie das Arbeitsverhältnis bei den Bauverbänden fortsetzen will“.

von Von Bettina Kiwitt

, 14.10.2009, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Foto zeigt Wolfgang Pinkepank mit seiner Mandantin Magdalene H. beim Gütetermin am Arbeitsgericht Dortmund  am vergangenen Dienstag (6.10.).

Das Foto zeigt Wolfgang Pinkepank mit seiner Mandantin Magdalene H. beim Gütetermin am Arbeitsgericht Dortmund am vergangenen Dienstag (6.10.).

Da Pinkepank im Urlaub weilt, hat er seit dem Entschuldigungsschreiben noch nicht wieder mit seiner Mandantin gesprochen. Er gehe aber weiter davon aus, „dass sie das Arbeitsverhältnis bei den Bauverbänden fortsetzen will“. Man müsse in Gesprächen klären, ob das angeblich zerstörte Vertrauensverhältnis nicht doch wieder zu kitten sei.

Seine Mandantin sei 59 Jahre alt und habe daher kaum Chancen, einen neuen Job zu bekommen. „Das heißt für sie, dass sie nach 24 Monaten Hartz-IV-Empfängerin ist.“ Bei der fristlosen Kündigung würde sogar eine Sperrfrist ausgesprochen, so dass nach 18 Monaten nur noch Arbeitslosengeld II gezahlt würde. „Eine Abfindung wird nie so hoch sein, dass sie die Zeit bis zur Rente überbrücken kann“.

Darüber hinaus habe Magdalene H. ein großes Interesse daran, dass sie nach 34 Jahren Tätigkeit bei den Bauverbänden nicht mit dem Makel des Diebstahls aus dem Arbeitsverhältnis ausscheide. Seine Mandantin habe ohne jedes Unrechtsbewusstsein Brötchen und Frikadelle verspeist, „sie hat sie ganz offen gegessen“. Am 27. Oktober trifft sich Pinkepank mit dem Rechtsanwalt der Gegenpartei, Dr. Jürgen Weidemann. „Da müssen wir gucken, welche Ursachen möglicherweise wirklich hinter der Kündigung stecken.“ Außerdem wolle er sondieren, welche Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung es gebe.   

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